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Vermittlungsquote

Vermittlungsquote

Jan-Philipp Koch
·
October 2, 2026
October 2, 2026

Die Vermittlungsquote gibt an, welcher Anteil der Teilnehmenden einer Karriereveranstaltung oder eines Programms danach eine Stelle, ein Praktikum oder eine Abschlussarbeit erhalten hat. Sie ist die Kennzahl, die alle wissen wollen und die sich am schwersten sauber erheben lässt.

Hand in Talar nimmt eine zusammengerollte Urkunde mit roter Schleife entgegen

Was gemessen wird

Die Quote teilt die Zahl der Vermittelten durch die Zahl der Teilnehmenden. Beide Zahlen sind weniger eindeutig, als es klingt. Zählt als vermittelt nur die feste Stelle oder auch das Praktikum? Zählen alle Angemeldeten oder nur die, die tatsächlich da waren? Und nach welcher Zeit wird gezählt, nach vier Wochen oder nach einem Jahr? Jede Antwort ergibt eine andere Quote.

Wer eine Vermittlungsquote nennt, sollte deshalb drei Dinge dazusagen: was als Vermittlung gilt, auf welche Gruppe sie sich bezieht und wann erhoben wurde.

Was die Forschung als Maßstab liefert

Eine Orientierung gibt die Absolventenforschung. Das Hochschul-Informations-System HIS, heute DZHW, fragte den Prüfungsjahrgang 2005, auf welchem Weg die erste Stelle gefunden wurde. Der Bericht Übergänge und Erfahrungen nach dem Hochschulabschluss von Kolja Briedis ist ernüchternd. Nur rund 1 Prozent der Absolventen von Fachhochschulen und noch weniger von Universitäten gaben an, dass die Hochschule bei der Suche nach der ersten Stelle erfolgreich vermittelt habe. Absolventenmessen seien nur in geringem Umfang hilfreich gewesen.

Häufiger führten bestehende Verbindungen zur Stelle: ein Praktikum oder eine Abschlussarbeit im Betrieb bei 25 Prozent der Absolventen von Fachhochschulen und 15 Prozent der Absolventen von Universitäten, ein Job während des Studiums bei jeweils 15 Prozent.

Die Daten sind alt, und sie messen den unmittelbaren Weg zur Stelle aus Sicht der Absolventen. Als eigene Einordnung folgt daraus: Eine Karrieremesse, die an direkten Einstellungen gemessen wird, schneidet zwangsläufig schwach ab. Ihr Beitrag liegt eine Stufe davor, bei den Praktika und Abschlussarbeiten, aus denen später Stellen werden.

Eine ehrlichere Zählweise

Daraus ergibt sich ein Vorschlag, wie die Quote für eine Veranstaltung gefasst werden kann. Statt einer einzigen Zahl drei Stufen: Wie viele Gespräche wurden geführt? Wie viele davon führten zu einem Folgeschritt, also einem zweiten Gespräch, einer Bewerbung oder einem Praktikum? Und wie viele führten zu einer Einstellung?

Die erste Stufe lässt sich am Veranstaltungstag zählen, siehe Leadscanning und Gesprächstermin. Die zweite und dritte liegen außerhalb des Blickfelds des Veranstalters. Er erfährt sie nur, wenn er nachfragt.

Wie die Zahl erhoben wird

Zwei Wege gibt es. Die Befragung der Aussteller einige Wochen nach der Veranstaltung: Wie viele Bewerbungen, wie viele Einstellungen sind aus den Gesprächen entstanden? Und die Befragung der Teilnehmenden, siehe Nachbefragung. Beide haben niedrige Rückläufe, und wer antwortet, ist nicht repräsentativ. Die ehrliche Angabe lautet deshalb oft: von den Ausstellern, die geantwortet haben.

Für den Career Service lohnt der Aufwand trotzdem. Eine belegte Zahl, auch eine kleine, ist in der Aussteller-Akquise mehr wert als die Besucherzahl. Wie sie in die Auswertung insgesamt gehört, steht unter Erfolgskontrolle und Event-KPI.

Häufige Fehler

Eine Quote ohne Angabe, was als Vermittlung zählt. Angemeldete statt Anwesende im Nenner. Einzelne Erfolgsgeschichten als Quote ausgeben. Nur die Aussteller zählen, die sich zurückgemeldet haben, und das nicht dazusagen. Und die Zahl jedes Jahr anders berechnen.

In der Praxis mit FairUp
FairUp liefert die erste Stufe: Anmeldungen, Check-ins und die am Stand erfassten Kontakte, exportierbar als Excel, CSV oder PDF. Was daraus später an Einstellungen wird, erfahren Sie nur durch Nachfrage bei den Ausstellern.

Häufige Fragen

Was ist die Vermittlungsquote?

Der Anteil der Teilnehmenden einer Karriereveranstaltung oder eines Programms, die danach eine Stelle, ein Praktikum oder eine Abschlussarbeit erhalten haben.

Wie wird sie berechnet?

Zahl der Vermittelten geteilt durch die Zahl der Teilnehmenden. Vorher muss feststehen, was als Vermittlung gilt, welche Gruppe gezählt wird und nach welcher Zeit.

Wie viele Absolventen finden ihre erste Stelle über die Hochschule?

In der HIS-Absolventenbefragung des Jahrgangs 2005 gaben nur rund 1 Prozent der Absolventen von Fachhochschulen an, dass die Hochschule erfolgreich vermittelt habe.

Wie lässt sich die Quote einer Messe erheben?

Durch Nachfrage bei Ausstellern und Teilnehmenden einige Wochen nach der Veranstaltung. Die Rückläufe sind meist niedrig, das gehört zur Zahl dazugesagt.

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