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Hochschule
8 min
21.10.2026
21.10.2026

Studierende verifizieren: Maildomain oder Hochschul-Login über die DFN-AAI?

Eine Karrieremesse nur für Studierende verspricht Unternehmen eine Zielgruppe. Ob eine Anmeldung wirklich von einer eingeschriebenen Person kommt, prüfen viele Hochschulen über die Maildomain. Dieser Beitrag zeigt, wo das reicht, wo nicht, und wie der Hochschul-Login über die DFN-AAI funktioniert.

Drei Studierende schauen gemeinsam auf einen Laptop vor einem Hochschulgebäude
Auf einen Blick
  • Viele Karrieremessen und Firmenkontaktmessen richten sich nur an Studierende. Ob eine Anmeldung wirklich von einer eingeschriebenen Person kommt, lässt sich mit einem einfachen Formular kaum prüfen.
  • Die verbreitete Abhilfe ist eine Sperre auf die Maildomain der Hochschule. Sie hält Fremde draußen, sagt aber nichts darüber, ob jemand studiert, arbeitet oder längst Alumni ist.
  • Die DFN-AAI des Deutschen Forschungsnetzes leistet mehr: Studierende melden sich mit ihrem Hochschul-Login an, und die Hochschule bestätigt die Zugehörigkeit. Am 21. Oktober 2026 waren 433 Heimateinrichtungen als Identity Provider eingetragen.
  • Vor dem Einsatz klären Rechenzentrum und Datenschutz, welche Angaben übertragen werden. Der DFN empfiehlt, nur das Nötige zu übertragen.
  • Für die Ausschreibung einer Eventsoftware lohnt eine eigene Anforderung zum Hochschul-Login. Eine Liste mit Kriterien steht weiter unten.

Warum die Prüfung überhaupt zählt

Eine Karrieremesse der Hochschule lebt von einem Versprechen an die Unternehmen: Hier treffen Sie unsere Studierenden. Viele Unternehmen zahlen für dieses Versprechen, über Standpakete, Sponsoring oder Anzeigen im Jobboard. Wenn sich dann Personen von außen anmelden, Bewerbungstrainer, Vertriebsleute anderer Firmen oder schlicht Neugierige, stimmen weder die Zahlen im Bericht noch die Gespräche am Stand.

Unsere Einordnung: Das Problem ist selten Absicht. Es entsteht, weil ein offenes Anmeldeformular jede Eingabe annimmt. Wer „Studierende“ ankreuzt, ist für das System Studierende. Für eine öffentliche Vortragsreihe ist das in Ordnung. Für eine Firmenkontaktmesse, bei der die Hochschule Unternehmen eine Zielgruppe zusagt, reicht es nicht.

Was Unternehmen und Hochschulleitung davon haben

Unsere Einordnung: Geprüfte Anmeldungen verändern vor allem die Zahlen nach der Messe. Wenn klar ist, dass jede Anmeldung von einer Person der Hochschule stammt, lassen sich Anmeldungen, Check-ins und Gespräche am Stand ehrlich berichten. Unternehmen sehen, wie viele Studierende tatsächlich da waren, und die Hochschulleitung sieht, ob sich der Aufwand für die Messe lohnt. Bei offenen Formularen muss jede Zahl mit dem Zusatz „davon vermutlich Studierende“ versehen werden.

Für die Studierenden selbst ist der Gewinn kleiner, aber spürbar. Sie brauchen kein neues Konto und kein weiteres Passwort, und ihre Daten gehen nur an die Stelle, die die Hochschule dafür freigegeben hat. Gerade bei Formaten, die mit einem Talentpool oder einem Lebenslauf verbunden sind, schafft das Vertrauen.

Drei Wege, Studierende zu erkennen

In der Praxis gibt es drei Verfahren. Sie unterscheiden sich darin, wer am Ende bestätigt, dass jemand zur Hochschule gehört.

VerfahrenWer bestätigtWas durchrutschtAufwand
Selbstauskunft im FormularDie Person selbstAlles, was jemand angibtKeiner beim Einrichten, viel beim Prüfen von Listen
Sperre auf die MaildomainDer Mailserver der Hochschule, indirektBeschäftigte, Alumni mit weiter gültiger Adresse, GastkontenGering, eine Liste erlaubter Domains
Hochschul-Login über die DFN-AAIDie Hochschule über ihr IdentitätsmanagementJe nach freigegebenen Angaben wenigEinmalige Freigabe durch das Rechenzentrum

Wo die Sperre auf die Maildomain endet

Die Sperre auf die Maildomain ist der naheliegende Schritt, und viele Anmeldesysteme bieten sie an. Das Anmeldesystem eveeno etwa nennt auf seiner Funktionsseite die Möglichkeit, die Anmeldung auf eine feste Maildomain zu beschränken, als Teil des Business-Pakets. Für viele Fälle reicht das. Für eine Veranstaltung nur für Studierende hat das Verfahren aber drei Grenzen.

Erstens trennt die Domain nicht nach Status. Professorinnen, Verwaltung und Studierende haben an vielen Hochschulen Adressen unter derselben Domain oder unter Subdomains, die man alle freigeben muss. Zweitens hängt die Sperre an der Frage, wie lange eine Adresse nach dem Abschluss gültig bleibt. Das regelt jede Hochschule selbst, und manche bieten Alumni eine dauerhafte Adresse an. Drittens prüft die Sperre nur, ob jemand eine Mail an diese Adresse empfangen kann. Wer eine Weiterleitung oder ein Gastkonto hat, kommt durch.

Unsere Einordnung: Die Maildomain beantwortet die Frage „Hat diese Person eine Adresse der Hochschule?“. Die Hochschule will aber wissen „Ist diese Person gerade bei uns eingeschrieben?“. Das sind zwei verschiedene Fragen.

Was die DFN-AAI ist

Die DFN-AAI ist laut Dokumentation des DFN eine Form des webbasierten Single Sign-on. Nutzerinnen und Nutzer melden sich mit den Zugangsdaten, mit denen sie bei ihrer Heimateinrichtung registriert sind, auch bei internen und externen Diensten an. Technisch tauschen die Hochschulen als Identity Provider und die angeschlossenen Dienste als Service Provider über den Standard SAML Daten aus. Der DFN-Verein betreibt die Föderation als vertrauenswürdige dritte Stelle: Er schließt nach eigener Darstellung Verträge mit allen teilnehmenden Einrichtungen und Dienstanbietern, erstellt Richtlinien und überwacht ihre Einhaltung.

433
Heimateinrichtungen als Identity Provider in der DFN-AAI
DFN-AAI-Metadaten, Abruf 21.10.2026
1.064
angeschlossene Dienste als Service Provider
DFN-AAI-Metadaten, Abruf 21.10.2026
1
Login für Bibliothek, Lernplattform und angeschlossene Dienste wie Eventplattformen
Prinzip des Single Sign-on laut DFN

Die Zahlen stammen aus den öffentlichen Metadaten der Föderation, die der DFN signiert bereitstellt. Unsere Einordnung: Unter den angeschlossenen Diensten sind vor allem Verlage, Bibliotheken, Lernplattformen und Dienste der Hochschulen selbst. Kommerzielle Plattformen für Veranstaltungen sind darunter die Ausnahme.

So läuft eine Anmeldung über die DFN-AAI

Anmeldung über die DFN-AAI in vier SchrittenDie Person klickt auf der Anmeldeseite auf den Hochschul-Login und wählt ihre Hochschule. Sie meldet sich bei der Hochschule an, nicht beim Veranstalter. Die Hochschule überträgt die freigegebenen Angaben. Danach ist die Anmeldung abgeschlossen.1Hochschul-Login wählenAnmeldeseite öffnen, Hochschule wählen2Bei der Hochschule anmeldendas Passwort bleibt bei der Hochschule3Hochschule bestätigtnur freigegebene Angaben gehen weiter4Anmeldung abgeschlossenTicket mit QR-Code, kein neues Passwort
Vereinfachter Ablauf nach der Dokumentation des DFN. Welche Angaben übertragen werden, legt die Hochschule fest.

Für Studierende heißt das: kein neues Konto, kein weiteres Passwort. Für den Veranstalter heißt es: Die Bestätigung kommt von der Stelle, die es wissen muss, nämlich vom Identitätsmanagement der Hochschule.

Welche Angaben die Hochschule übertragen kann

Die Attributliste des DFN beschreibt, welche Angaben eine Hochschule an einen Dienst übertragen kann. Für Veranstaltungen ist vor allem die Art der Zugehörigkeit wichtig, das Attribut eduPersonAffiliation. Erlaubte Werte sind unter anderem student für Studierende, faculty für den Lehrkörper, staff für Beschäftigte außerhalb der Lehre, alum für Alumni und affiliate für anderweitig verbundene Personen wie Gasthörer oder Gastdozenten. Mit dem Zusatz der Domain, als eduPersonScopedAffiliation, wird daraus etwa die Angabe „Studierende der Hochschule X“.

Der DFN weist selbst darauf hin, dass die Belegung dieser Werte regional und international nicht einheitlich gehandhabt wird, vor allem bei employee und staff. Unsere Einordnung: Wer eine Veranstaltung nur für Studierende öffnen will, sollte mit dem Rechenzentrum klären, wie die eigene Hochschule die Werte pflegt, und eine Testanmeldung mit einem Studierendenkonto und einem Beschäftigtenkonto machen.

Datenschutz bei der Anmeldung

Die Datenschutzhinweise des DFN empfehlen das Prinzip der Datensparsamkeit: Die Hochschule soll nur die Angaben übertragen, die für den jeweiligen Dienst erforderlich sind, und das mit ihrer oder ihrem Datenschutzbeauftragten abstimmen. Außer in Ausnahmefällen soll ein Einwilligungsmodul zum Einsatz kommen, in dem Nutzerinnen und Nutzer sehen und steuern, was übertragen wird. Für Dienstanbieter gibt es im europäischen Rahmen eduGAIN einen Code of Conduct zum Datenschutz.

Unsere Einordnung: Für eine Messe reicht in der Regel die Bestätigung, dass jemand an der Hochschule studiert. Alles Weitere, etwa Studiengang, Abschlussjahr oder Lebenslauf, fragen Sie besser im eigenen Anmeldeformular mit klarer Zweckangabe ab, siehe Einwilligung. Mit dem Anbieter der Eventsoftware schließt die Hochschule zusätzlich einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung.

Was vor dem Einsatz zu klären ist

Teilnahme prüfen
Nimmt die eigene Hochschule an der DFN-AAI teil? Das weiß das Rechenzentrum, und die öffentlichen Metadaten des DFN zeigen es ebenfalls.
Angaben festlegen
Mit Rechenzentrum und Datenschutz klären, welche Angaben an den Veranstaltungsdienst gehen. Meist genügt die Zugehörigkeit.
Zielgruppe entscheiden
Nur Studierende oder auch Alumni, Beschäftigte und Gäste anderer Hochschulen? Wer ausgeschlossen ist, braucht einen zweiten, geprüften Weg oder eine klare Absage.
Unternehmen getrennt anmelden
Aussteller haben keinen Hochschul-Login. Sie brauchen eine eigene Anmeldung mit Paketen, Stand und Rechnung.
Testen
Vor dem Start mit mindestens einem Studierenden- und einem Beschäftigtenkonto anmelden und prüfen, wer durchkommt.

Typische Einwände und was dahintersteckt

Der häufigste Einwand lautet, das Rechenzentrum habe für so etwas keine Zeit. Unsere Einordnung: Die Freigabe für einen Dienst ist in der Regel eine einmalige Aufgabe, weil der Dienst über die Metadaten der Föderation schon bekannt ist. Aufwendig wird es nur, wenn ungewöhnlich viele Angaben verlangt werden. Ein Dienst, der mit der Zugehörigkeit auskommt, macht es dem Rechenzentrum leicht.

Der zweite Einwand betrifft Gäste. Viele Karrieremessen sind auch für Studierende benachbarter Hochschulen offen. Die DFN-AAI deckt das ab, solange deren Hochschulen ebenfalls teilnehmen, denn die Föderation umfasst Hunderte Einrichtungen. Für Schülerinnen und Schüler, Alumni ohne Konto oder Gäste aus dem Ausland braucht es dagegen einen zweiten Weg, etwa eine Anmeldung mit Freigabe durch das Veranstaltungsteam.

Kriterien für die Ausschreibung

Wer eine Eventsoftware für Karriereveranstaltungen beschafft, kann den Hochschul-Login als eigene Anforderung in die Leistungsbeschreibung schreiben. Die folgenden Punkte lassen sich mit Ja oder Nein beantworten und eignen sich deshalb für eine Vergabeunterlage.

Kriterien zum Übernehmen
  • Der Dienst ist als Service Provider an die DFN-AAI angebunden.
  • Die Registrierung lässt sich auf Personen mit gültigem Hochschulzugang beschränken.
  • Der Dienst kommt mit der Angabe der Zugehörigkeit aus und verlangt keine weiteren Attribute.
  • Unternehmen und Gäste ohne Hochschul-Login haben einen eigenen Anmeldeweg.
  • Ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Artikel 28 DSGVO liegt vor, mit Liste der Unterauftragsverarbeiter.
  • Die Daten werden in Deutschland oder der EU verarbeitet.
  • Aussteller buchen Pakete und Stand selbst, die Rechnung entsteht aus der Buchung.
  • Kleinere Formate wie Workshops und Vorträge laufen im selben Konto.

Unsere Einordnung: Der erste Punkt trennt das Feld am stärksten, weil nur wenige kommerzielle Eventplattformen in der Föderation eingetragen sind. Wie eine Beschaffung insgesamt abläuft, beschreibt unser Leitfaden zur Beschaffung von Eventsoftware an Hochschulen.

So läuft das in FairUp

FairUp ist als einer von wenigen Anbietern in Deutschland an die DFN-AAI angebunden. Für eine Veranstaltung schalten Sie ein, dass sich nur Personen mit gültigem Hochschulzugang registrieren können. Studierende melden sich dann mit dem Login ihrer Hochschule an und erhalten ihr Ticket mit QR-Code, das am Eingang als Einlass und am Stand als Kontaktcode dient. Unternehmen melden sich über eine eigene Anmeldestrecke an, buchen ihr Paket und wählen ihren Stand im Hallenplan, wenn Sie ihn freigeben. Die Rechnung entsteht aus der Buchung.

In unserem Vergleich von Eventsoftware nannte am 16. Oktober 2026 nur FairUp die Kombination aus Standwahl durch die Aussteller, automatischer Ausstellerrechnung, Talentpool und Anmeldung nur für Studierende über die DFN-AAI. Viele Hochschulen beginnen mit der Karrieremesse und nehmen danach Workshops, Vorträge und weitere Formate im selben Konto dazu. In einer Demo von 25 Minuten zeigen wir den Ablauf an Ihrer eigenen Messe.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Maildomain-Sperre und DFN-AAI?

Die Maildomain-Sperre prüft nur, ob jemand eine Adresse der Hochschule hat. Über die DFN-AAI bestätigt die Hochschule selbst, dass die Person zu ihr gehört, und kann die Art der Zugehörigkeit übertragen, etwa Studierende oder Alumni.

Brauchen Studierende ein neues Konto?

Nein. Sie melden sich mit den Zugangsdaten ihrer Hochschule an. Das Passwort bleibt bei der Hochschule und wird nicht an den Veranstalter übertragen.

Welche Daten überträgt die Hochschule?

Das legt die Hochschule fest. Der DFN empfiehlt, nur die für den Dienst nötigen Angaben zu übertragen und ein Einwilligungsmodul einzusetzen. Für eine Messe genügt meist die Zugehörigkeit.

Können auch Alumni oder Gäste anderer Hochschulen teilnehmen?

Das hängt davon ab, wie Sie die Veranstaltung einstellen. Wer über die DFN-AAI nur Studierende zulässt, braucht für andere Gruppen einen zweiten Anmeldeweg oder eine klare Absage.

Wie melden sich Unternehmen an?

Über eine eigene Anmeldung für Aussteller, denn Unternehmen haben keinen Hochschul-Login. Dort buchen sie Paket und Stand und pflegen ihr Profil.

Ihre Karrieremesse mit Hochschul-Login

In 25 Minuten zeigen wir an Ihrer eigenen Messe, wie Studierende sich mit dem Login ihrer Hochschule anmelden und wie Unternehmen Paket und Stand buchen.

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