Eine Firmenkontaktmesse ist eine Veranstaltung an einer Hochschule, bei der Unternehmen und Studierende unmittelbar in Kontakt kommen. Der Begriff betont den Kontakt und nicht die Bewerbung: Es geht zunächst darum, einander kennenzulernen, der Bewerbungsschritt folgt später, wenn überhaupt.

In der Praxis werden beide Begriffe fast gleichbedeutend verwendet. Wo ein Unterschied gemacht wird, liegt er im Kontext: Die Firmenkontaktmesse ist die hochschuleigene Veranstaltung, meist vom Career Service oder einer Fakultät organisiert, häufig fachlich zugeschnitten und für Studierende kostenfrei. Die Karrieremesse ist der breitere Begriff und schließt kommerzielle Veranstaltungen außerhalb von Hochschulen ein.
Praktisch heißt das: Bei einer Firmenkontaktmesse kennen sich Veranstalter und ein Teil der Aussteller oft schon, über Kooperationen, Abschlussarbeiten oder frühere Ausgaben. Diese Beziehung ist das eigentliche Kapital der Veranstaltung und der Grund, warum sie mit kleinem Budget funktioniert.
Eine Messe für alle Fachbereiche wirkt auf beiden Seiten beliebig. Unternehmen wissen nicht, ob ihre Zielgruppe kommt, und Studierende laufen an Ständen vorbei, die nichts mit ihrem Fach zu tun haben. Ein klarer Schwerpunkt zieht die passenden Unternehmen an und macht den Besuch lohnender.
Bei mehreren Fakultäten ist die Alternative nicht die Großmesse, sondern die Aufteilung in Zonen: klar getrennte Bereiche mit eigener Ordnung im Plan. Wie viele Studierende überhaupt in Frage kommen, lässt sich über die amtliche Hochschulstatistik des Statistischen Bundesamtes belegen, eine Zahl, die im Ausstellergespräch mehr wiegt als jede Schätzung.
Vorlesungsfreie Zeit und Prüfungsphasen sind ungeeignet, unabhängig davon, wie gut beworben wurde. Der Zeitraum um die Mitte des Semesters funktioniert erfahrungsgemäß am besten. Die Orientierungsphase ist vorbei, die Prüfungen sind noch fern.
Der wirksamste Hebel ist aber nicht der Termin, sondern die Lehre. Wenn Lehrende die Veranstaltung in ihren Lehrveranstaltungen erwähnen oder ein Zeitfenster freihalten, steigt die Beteiligung deutlich stärker als durch zusätzliche Werbung. Das kostet nichts außer Abstimmung, wird aber selten systematisch betrieben.
Der Erfolg zeigt sich weniger am Tag selbst als daran, wie viele Unternehmen im nächsten Jahr erneut zusagen. Dafür brauchen die Unternehmen intern eine Begründung, und die müssen Sie liefern.
Eine knappe Rückmeldung nach der Veranstaltung mit geführten Gesprächen, erreichten Fachrichtungen und dem Vergleich zum Vorjahr ist dafür wirksamer als jedes Verkaufsgespräch. Die Daten entstehen ohnehin, siehe Erfolgskontrolle; sie müssen nur zurückgegeben werden.
Möglichst viele Aussteller gewinnen zu wollen, ohne zu prüfen, ob sie zum Fächerprofil passen, ist der häufigste. Er erzeugt volle Hallen und leere Gespräche. Studierende nicht vorzubereiten und dann über oberflächliche Gespräche zu klagen, ist die Kehrseite davon.
Wer nach der Messe keine Rückmeldung bei den Unternehmen einholt, verzichtet auf die günstigste verfügbare Information. Und wer die Veranstaltung ausschließlich über Aushänge bewirbt, übersieht die Kanäle, die Studierende tatsächlich nutzen, was sich spätestens an der Besucherzahl zeigt.
Zahlen Studierende Eintritt?
In aller Regel nicht. Finanziert wird die Veranstaltung über die Standgebühren der Unternehmen, teils ergänzt um Sponsoring.
Wie viele Unternehmen sind eine gute Größe?
Das richtet sich nach der Zahl erreichbarer Studierender. Als Faustregel gilt: Lieber weniger Aussteller mit guten Gesprächen als viele mit leeren Ständen. Letzteres führt schnell zu Absagen im Folgejahr.
Ist ein Rahmenprogramm nötig?
Nicht zwingend, aber es hilft. Kurze Formate wie Unternehmensvorträge oder ein Check der Bewerbungsunterlagen geben Studierenden einen zusätzlichen Anlass zu kommen und verteilen den Besucherstrom über den Tag.
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