JobTeaser-Alternative für die Karrieremesse? FairUp und JobTeaser im Vergleich
Viele Hochschulen nutzen JobTeaser als Career Center. Bei der Karrieremesse stellt sich die Frage, ob das Portal auch Ausstelleranmeldung, Standvergabe, Rechnung, Einlass und Lead-Scan trägt. Der Vergleich zeigt anhand der Angaben beider Anbieter, wo die Schwerpunkte liegen und wie sich beide Systeme sinnvoll ergänzen.

- JobTeaser ist ein Karriereportal, das laut Anbieter an mehr als 800 Hochschulen in Europa als offizielles Career Center läuft: Stellenangebote, Unternehmensprofile, Events, Beratungstermine und Kommunikation mit Studierenden.
- FairUp ist eine Eventplattform. Sie bildet die Veranstaltung selbst ab, bis zur Präsenzmesse: Aussteller wählen ihren Stand im Hallenplan, buchen ein Paket, zahlen online und bekommen die Rechnung, Besucher checken per QR-Code ein, Kontakte werden gescannt.
- Standbuchung im Hallenplan, Ausstellerrechnung, Check-in und Lead-Scan nennt JobTeaser auf seinen Seiten für Hochschulen nicht (Stand 16. Oktober 2026).
- Für viele Career Services ist die Frage deshalb nicht entweder oder: JobTeaser für das Portal übers ganze Jahr, FairUp für die Organisation der Messe und der Formate drumherum.
- FairUp Career kostet ab 7.900 Euro netto im Jahr, Workshops und Mappenchecks laufen auch im kostenlosen Plan. JobTeaser veröffentlicht keine Preise für Hochschulen.
Wer an einer Hochschule im Career Service arbeitet, kennt JobTeaser sehr wahrscheinlich. Das Portal ist laut eigener Angabe das offizielle Career Center von mehr als 800 Hochschulen in Europa. In Deutschland nutzen es unter anderem die Universität Freiburg und die Hochschule der Medien Stuttgart, die ihr Career Center im April 2019 gemeinsam mit JobTeaser aufgebaut hat.
Spätestens bei der nächsten Karrieremesse taucht dann die Frage auf, ob das Portal auch die Messe trägt oder ob ein zweites Werkzeug nötig ist. Dieser Beitrag vergleicht beide Systeme anhand dessen, was die Anbieter selbst veröffentlichen. Alle Angaben zu JobTeaser stammen von den Seiten des Anbieters und von Hochschulen, die es nutzen, geprüft am 16. Oktober 2026 und jeweils verlinkt. Wo JobTeaser etwas nicht nennt, schreiben wir genau das und nicht, dass es fehlt.
Zwei Werkzeuge mit unterschiedlichem Auftrag
JobTeaser denkt vom Studierenden her, über das ganze Studium. Studierende melden sich mit ihrer Hochschuladresse an, suchen Praktika und Stellen, sehen Unternehmensprofile, melden sich für Veranstaltungen an und buchen Beratungstermine. Der Career Service veröffentlicht Inhalte, schreibt Studierende gezielt an und pflegt seine Unternehmenspartner. Unternehmen wiederum erreichen über ein Konto die Studierenden vieler Hochschulen. Der Wert liegt im Netz: Laut JobTeaser sind es 800 Hochschulen, 250.000 Personalverantwortliche und 5 Millionen Studierende.
FairUp denkt von der Veranstaltung her. Bevor eine Karrieremesse stattfindet, müssen sich Unternehmen anmelden, freigegeben werden, einen Stand wählen, ein Paket buchen und bezahlen. Studierende melden sich an, bekommen ein Ticket mit QR-Code und checken damit ein. Auf der Messe scannen Aussteller und Studierende gegenseitig ihre Codes, danach sieht jede Seite ihre Kontakte und der Veranstalter seine Auswertung. Dieselbe Plattform trägt auch die kleinen Formate eines Hauses: Bewerbungsmappenchecks, Unternehmensvorträge, Workshops und einen öffentlichen Veranstaltungskalender.
Kurz gesagt ist JobTeaser ein Karriereportal mit Eventfunktion und FairUp eine Eventplattform mit Karrierefunktionen. Beide Ausgangspunkte überschneiden sich, gehen aber an unterschiedlichen Stellen in die Tiefe.
Der Vergleich im Überblick
| Kriterium | FairUp | JobTeaser |
|---|---|---|
| Ausrichtung | Eventplattform für Karrieremessen, Fachmessen, Konferenzen, Workshops und Veranstaltungskalender | Karriereportal und Career Center für Hochschulen, mit Jobbörse, Events und Terminen |
| Events anlegen | Ein Event auf einer Seite, Bereiche wie Aussteller, Tickets oder Jobboard je Format zuschalten | "Alle Arten von Events" erstellen, Anmeldungen verfolgen, Kommunikationskampagnen |
| Anmeldung der Studierenden | Ticket mit QR-Code, auf Wunsch beschränkt auf Studierende über die DFN-AAI | Über das Studierendenkonto, Anbindung an das SSO der Hochschule möglich |
| Anmeldung der Unternehmen | Eigene Ausstellerregistrierung, Freigabe durch den Veranstalter | Unternehmensprofil im Portal, Partnerschaftsstufen mit Vorteilen |
| Stand und Paket | Stand im Hallenplan selbst wählen, Paket und Zusatzleistungen buchen | Auf den Seiten für Hochschulen nicht genannt |
| Bezahlung und Rechnung | Online-Zahlung über Stripe oder Rechnungskauf, Rechnung automatisch | Auf den Seiten für Hochschulen nicht genannt |
| Einlass | QR-Check-in, Badgedruck auf beliebigen Druckern | Auf den Seiten für Hochschulen nicht genannt |
| Kontakte auf der Messe | Lead-Scan in beide Richtungen über den QR-Code des Tickets, Chat | Lebenslauf-Datenbanken je Event, die mit Partnern geteilt werden |
| Jobs und Talente | Jobboard je Event, Kandidatenpool mit freiwilligem, anonymem Beitritt | Jobbörse mit laut Anbieter über 20.000 Angeboten in Deutschland, Talentsuche für Unternehmen |
| Beratungstermine | Mappenchecks und ähnliche Formate als eigene Termine im Event | Eigenes Terminmodul mit Terminarten, Verfügbarkeiten und Teamkalender |
| Daten | AWS Region Frankfurt, AVV und TOM auf Anfrage | Datenhosting in Europa, DSGVO-Zertifizierung durch den TÜV laut Anbieter |
| Preis | Kostenloser Plan, Career ab 7.900 Euro netto im Jahr | Nicht veröffentlicht, Demo auf Anfrage |
Wo JobTeaser stark ist
Die Stärke von JobTeaser ist die Reichweite und die Dauer. Die Seite Vereinfachen Sie Ihre Arbeit beschreibt, wie ein Career Service die Stellenangebote seiner Partner und Alumni an einem Ort bündelt, Events anlegt, Anmeldekampagnen startet und Beratungstermine mit Terminarten und Verfügbarkeiten verwaltet. Die ESCP Business School berichtet dort, dass nach einer Kampagne rund 74 Prozent der Studierenden ihr Konto aktiviert haben.
Dazu kommt die Pflege der Unternehmensbeziehungen. Laut der Seite Optimieren Sie Ihre Partnerschaften legt der Career Service Partnerschaftsstufen fest, gibt Partnern je nach Stufe mehr Sichtbarkeit, etwa angeheftete Events oder eigene Filter in der Stellensuche, und kann diese Beziehungen monetarisieren. Für Studierende gibt es Orientierungstests, Erfahrungsberichte zu Unternehmen und eine KI-gestützte Stellensuche, beschrieben auf der Seite Leiten Sie Ihre Studierenden an.
Unsere Einordnung: Wer ein Portal sucht, das Studierende vom ersten Semester bis zum Abschluss begleitet und Unternehmen über die eigene Hochschule hinaus erreicht, findet in JobTeaser ein ausgereiftes Werkzeug. FairUp ist dafür nicht gebaut und will es auch nicht ersetzen.
Wo FairUp stark ist
Die Stärke von FairUp liegt in dem Teil, der eine Messe zur Messe macht. Ein Beispiel aus der Praxis zeigt die Lücke: Die Aalto University in Finnland nutzt JobTeaser als Hauptkanal für das Studierendenmarketing ihrer Talent Expo. Laut ihren Hinweisen für Aussteller legt die Hochschule für jeden Aussteller ein Profil an und schickt den Zugang, nachdem sich das Unternehmen zur Messe angemeldet hat. Das Profil bewirbt den Auftritt. Die Anmeldung zur Messe selbst ist ein eigener Schritt davor.
Genau diesen Schritt bildet FairUp ab. Unternehmen registrieren sich als Aussteller, der Career Service gibt sie mit einem Klick frei, danach wählen sie ihren Stand im Hallenplan, sofern der Veranstalter das freigibt, buchen Paket und Zusatzleistungen und zahlen online oder auf Rechnung. Die Rechnung entsteht automatisch. Wie das im Einzelnen aussieht, zeigt die Seite Standwahl im Hallenplan.
Am Messetag zählt der Einlass. Studierende zeigen ihr Ticket, der Scanner öffnet sich mit einem Klick, Namensschilder kommen bei Bedarf direkt aus dem Drucker, beschrieben unter Check-in und Badgedruck. Auf der Fläche scannen Unternehmen die Codes der Studierenden und umgekehrt, mit Notizen und Favoriten, siehe Lead-Scan per QR-Code. Nach der Messe läuft auf Wunsch automatisch eine Umfrage. Die Aussteller bekommen damit belegbare Zahlen für ihre Entscheidung über das nächste Jahr.
Für Hochschulen kommen zwei Funktionen dazu, die es nur selten gibt. Die Anmeldung lässt sich über die DFN-AAI auf eingeschriebene Studierende beschränken. Und Unternehmen finden Studierende im Kandidatenpool, dem diese freiwillig und anonym beitreten.
Beides zusammen: so teilen sich die Aufgaben
Für eine Hochschule, die JobTeaser bereits nutzt, ist die naheliegende Frage nicht der Wechsel, sondern die Aufteilung. Aus den Funktionen beider Anbieter ergibt sich eine klare Arbeitsteilung, die wir hier als eigene Einordnung beschreiben.
JobTeaser bleibt das Portal, über das Studierende Stellen suchen, Beratungstermine buchen und von Veranstaltungen erfahren. Der Career Service kündigt die Messe dort an und verlinkt auf die Anmeldung. Unternehmen pflegen ihr Profil und ihre Stellen wie gewohnt.
FairUp übernimmt die Messe selbst: Ausstelleranmeldung, Standvergabe, Pakete, Bezahlung, Rechnung, Tickets, Einlass, Lead-Scan, Umfrage und Auswertung. Dazu die kleinen Formate, für die das Portal zu groß wäre oder die nicht in seinen Ablauf passen, etwa ein öffentlicher Veranstaltungskalender der Hochschule.
Eine direkte technische Verbindung zwischen beiden Systemen gibt es nicht. In der Praxis ist sie auch selten nötig, weil die Messe über einen Link verbunden ist und jede Seite ihre eigenen Daten führt. Wichtig ist, dass im Datenschutzkonzept beide Dienste mit ihrem Zweck stehen.
Was ein Career Service vor der Entscheidung klären sollte
Fünf Fragen trennen in der Praxis die Fälle, in denen ein Portal reicht, von denen, in denen eine Messeplattform hinzukommen sollte.
Zahlen Unternehmen für ihren Stand? Wenn ja, entstehen Angebote, Rechnungen und Zahlungseingänge. Läuft das heute über Tabellen und das Rechnungsprogramm der Verwaltung, ist das der größte Hebel für eine Messeplattform. Wie viele Fehler in solchen Listen stecken, beschreibt der Beitrag zur Teilnehmerliste in Excel.
Gibt es einen Hallenplan mit festen Ständen? Wer Stände per E-Mail zuteilt, kennt die Abstimmungsrunden. Wählen Aussteller selbst, entfällt der größte Teil davon.
Soll die Messe nur für Studierende offen sein? Dann braucht es eine verlässliche Prüfung. Eine Anmeldung mit Hochschuladresse ist ein Anfang, die DFN-AAI ist belastbarer.
Wie wird der Erfolg belegt? Unternehmen buchen wieder, wenn sie wissen, wie viele Gespräche sie geführt haben. Ein Lead-Scan liefert diese Zahl, eine Liste hochgeladener Lebensläufe liefert eine andere.
Welche weiteren Formate laufen im Jahr? Wenn Mappenchecks, Vorträge und Netzwerkabende dazukommen, lohnt ein System, das alle trägt, statt für jedes Format ein eigenes Formular.
Kosten
JobTeaser veröffentlicht keine Preise für Hochschulen, die Seiten verweisen auf eine Demo. Für Studierende ist die Nutzung laut den Hochschulen kostenfrei.
FairUp veröffentlicht seine Preise auf der Preisseite. Das Paket Career mit Jobboard, Talentpool, Matchmaking und erweitertem Leadmanagement kostet ab 7.900 Euro netto im Jahr für bis zu 100 Aussteller und zählt weder Veranstaltungen noch Teilnehmende. Auf eigene Verkäufe, etwa Standpakete, kommen 0,9 Prozent Plattformgebühr und die Gebühr von Stripe. Mappenchecks, Workshops und der Veranstaltungskalender laufen auch im kostenlosen Plan, mit bis zu fünf gleichzeitig aktiven Veranstaltungen und je 150 Teilnehmenden.
Unsere Einordnung: Bei einer Karrieremesse mit zahlenden Ausstellern rechnet sich die Messeplattform meist über die eingesparte Verwaltungsarbeit bei Anmeldung, Rechnung und Rückfragen. Das ist eine Abschätzung, keine Messung, und hängt stark davon ab, wie die Messe heute organisiert ist.
Ehrliche Grenzen
FairUp ist kein Karriereportal. Wer eine dauerhafte Jobbörse mit Zehntausenden Angeboten, Orientierungstests und Reichweite zu Unternehmen über viele Hochschulen hinweg braucht, ist bei JobTeaser richtig. Auch das Terminmodul für Beratungen mit Teamkalender ist dort ausführlicher beschrieben als die Termine in FairUp. Eine CRM-Anbindung gehört bei FairUp nicht zum Standard.
Umgekehrt beschreibt JobTeaser auf seinen Seiten für Hochschulen keine Standbuchung, keine Ausstellerrechnung, keinen Check-in und keinen Lead-Scan. Ob einzelne dieser Funktionen auf Anfrage möglich sind, lässt sich nur im Gespräch mit JobTeaser klären. Wir empfehlen, genau diese Punkte in der Demo zu fragen.
Weitere Werkzeuge für Karrieremessen vergleichen die Beiträge zu talentefinder, talque und Luma. Wie sich eine Karrieremesse Schritt für Schritt plant, steht unter Karrieremesse planen in acht Wochen.
Häufige Fragen
Ist FairUp eine Alternative zu JobTeaser?
Für die Organisation einer Karrieremesse ja, für das Karriereportal nicht. FairUp bildet Ausstelleranmeldung, Standwahl im Hallenplan, Bezahlung, Rechnung, Einlass und Lead-Scan ab. JobTeaser ist ein Portal mit Jobbörse, Events, Beratungsterminen und Reichweite zu Unternehmen. Viele Hochschulen können beide nebeneinander nutzen.
Kann JobTeaser eine Präsenzmesse mit Standbuchung abbilden?
Auf seinen Seiten für Hochschulen nennt JobTeaser Events, Anmeldekampagnen und Lebenslauf-Datenbanken je Event, aber keine Standbuchung im Hallenplan, keine Ausstellerrechnung und keinen Check-in (Stand 16. Oktober 2026). Ob das auf Anfrage möglich ist, klärt ein Gespräch mit dem Anbieter.
Lassen sich JobTeaser und FairUp gemeinsam nutzen?
Ja. JobTeaser kündigt die Messe an und verlinkt auf die Anmeldung, FairUp übernimmt Aussteller, Stände, Rechnungen, Tickets, Einlass und Auswertung. Eine direkte technische Verbindung gibt es nicht, sie ist für diesen Ablauf aber meist nicht nötig.
Was kostet FairUp für eine Karrieremesse?
Das Paket Career kostet ab 7.900 Euro netto im Jahr für bis zu 100 Aussteller, unabhängig von der Zahl der Veranstaltungen und Teilnehmenden. Auf eigene Verkäufe kommen 0,9 Prozent Plattformgebühr und die Gebühr von Stripe. Kleinere Formate laufen auch im kostenlosen Plan.
Kann man die Anmeldung auf Studierende beschränken?
In FairUp ja, über die DFN-AAI: Dann können sich nur Personen mit gültigem Zugang ihrer Hochschule anmelden. Aussteller haben eine eigene, getrennte Registrierung.