FairUp vs. Luma: Warum Luma für Karrieremessen nicht ausreicht
Luma ist für Meetups, Community-Treffen und Tech-Events zu einem Standardwerkzeug geworden: schnell eingerichtet, gut gestaltet und im Einstieg kostenlos. Für eine Karrieremesse mit Ausstellern, Standvergabe und Rechnungen stellt sich trotzdem die Frage, ob das reicht. Dieser Vergleich zeigt anhand der öffentlichen Angaben beider Anbieter, wo Luma stark ist, wo es für Karrieremessen an Grenzen stößt und was die Unterschiede in Euro bedeuten.

- Luma ist im Einstieg deutlich günstiger und für Meetups, Community- und Online-Formate gebaut.
- Ausstellerprofile, Standplätze, Hallenplan und Matching weist Luma öffentlich nicht aus.
- Ob die Belege aus Lumas Zahlungsabwicklung für Ausstellerrechnungen nach deutschem Recht genügen, gehört in einen Testfall.
- Luma veröffentlicht ein DPA mit EU-Standardvertragsklauseln, die frühere gegenteilige Aussage in diesem Beitrag war falsch.
- FairUp passt, sobald Unternehmen bezahlen, Stände vergeben und Studierende gezielt mit Unternehmen zusammengebracht werden.
Wie dieser Vergleich entstanden ist
Diesen Vergleich veröffentlicht FairUp. Grundlage sind ausschließlich öffentlich zugängliche Preis-, Funktions- und Vertragsseiten beider Anbieter, Stand 29. September 2026. Merkmale, die ein Anbieter nicht öffentlich ausweist, bewerten wir nicht als vorhanden, und für den Datenschutz vergeben wir kein Gesamturteil. Funktionen, die nicht beworben werden, können im Einzelfall dennoch verfügbar sein. Fragen Sie deshalb im Zweifel direkt beim Anbieter nach.
Was Luma ist
Luma ist eine Event-Plattform aus den USA für einfache, oft community-getriebene Veranstaltungen. Die deutsche Preisseite nennt für den kostenlosen Plan unbegrenzt viele Events und Gäste, Erinnerungen per E-Mail, SMS und Push, Check-in über Luma, Ticketarten, Gruppenkauf und Gutscheine, Import und Export per CSV und eine Zoom-Anbindung. Für kostenpflichtige Events fällt im kostenlosen Plan eine Plattformgebühr von 5 Prozent an.
Luma Plus kostet laut derselben Seite 59 US-Dollar im Monat bei jährlicher Abrechnung. Die Plattformgebühr entfällt dann, und es lassen sich bis zu 5.000 Einladungen und Newsletter pro Woche über Luma versenden. Die Gebühren des Zahlungsdienstleisters kommen in beiden Fällen hinzu.
Was Luma gut macht
Die Stärken von Luma liegen dort, wo Tempo und Gestaltung wichtiger sind als Verwaltungstiefe. Eine Eventseite ist in Minuten angelegt und sieht sofort ordentlich aus, die Anmeldung dauert für Gäste wenige Klicks, und Veranstaltungen verbreiten sich über Lumas eigenes Netzwerk und Kalenderfunktionen. Für Online-Formate ist die Zoom-Anbindung praktisch.
Für ein Meetup mit fünfzig Personen, ein Community-Dinner oder ein internes Teamevent ist das genau das Richtige. Wer dort eine Messeplattform einsetzt, zahlt für Funktionen, die niemand braucht.
Was wir korrigiert haben
In einer früheren Fassung dieses Beitrags stand, Luma fehle eine solide Dokumentation zur Auftragsverarbeitung. Das war falsch und ist gestrichen. Luma veröffentlicht ein Data Processing Addendum mit Rollenbeschreibung und EU-Standardvertragsklauseln nach dem Durchführungsbeschluss 2021/914.
Ebenso gestrichen ist eine Datenschutzspalte mit Haken und Kreuz. Konformität ist eine Eigenschaft Ihrer Verarbeitung und nicht des Produkts; sie hängt an Verträgen, Konfiguration und Prozessen. Vergleichbar sind einzelne, belegbare Merkmale: Vertragslage, Unterauftragsverarbeiter, Transfermechanismus und Hostingort. Die Systematik dazu steht in den zwölf Prüfkriterien.
Wo Luma für Karrieremessen an Grenzen stößt
Eine Karrieremesse hat zwei Arten von Beteiligten: Besucher, die sich anmelden, und Aussteller, die Stände buchen, Profile pflegen und Rechnungen bekommen. Luma beschreibt öffentlich Tickets und Gäste, aber keine Ausstellerprofile, keine Standplätze, keinen Hallenplan und keine getrennte Kommunikation mit Unternehmen. Eine Messe mit zwanzig Unternehmen läuft dann über Behelfslösungen: Aussteller als eigene Ticketart, Profile in einer Tabelle, Standplan als PDF.
Auch eine Matching-Logik zwischen Studierenden und Unternehmen weist Luma öffentlich nicht aus; Begegnungen entstehen über Sichtbarkeit und Eigeninitiative. Für eine offene Netzwerkveranstaltung ist das in Ordnung. Für eine Karrieremesse, deren Kernwert darin liegt, dass die richtige Studentin das richtige Unternehmen findet, fehlt damit ein wichtiger Baustein.
Rechnungen an Aussteller
Aussteller sind Unternehmen, und Unternehmen brauchen eine ordnungsgemäße Rechnung. Paragraf 14 Absatz 4 UStG verlangt unter anderem vollständigen Namen und Anschrift beider Seiten, Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, eine fortlaufende Rechnungsnummer, den Leistungszeitpunkt und den gesondert ausgewiesenen Steuerbetrag. Für Leistungen zwischen inländischen Unternehmern verlangt Absatz 2 außerdem schrittweise die elektronische Rechnung im strukturierten Format, mit Übergangsfristen bis Ende 2027.
Welche Belege aus Lumas Zahlungsabwicklung entstehen und ob sie für die Ausstellerabrechnung nach deutschem Recht genügen, ist öffentlich nicht belegt und gehört deshalb in einen Testfall. Wie die Rechnungsstellung bei Events insgesamt funktioniert, beschreibt der Leitfaden Veranstaltungen abrechnen, die Einzelheiten zur E-Rechnung der Beitrag zur Event-Automatisierung.
Was es in Euro bedeutet
Luma ist im Einstieg deutlich günstiger, und das sollte man offen sagen. Ein Beispiel mit angenommenen Werten: Eine Karrieremesse verkauft 30 Standpakete zu je 800 Euro, also 24.000 Euro. Im kostenlosen Plan von Luma fielen 5 Prozent Plattformgebühr an, 1.200 Euro. Mit Luma Plus entfällt die Gebühr, die Lizenz kostet 708 US-Dollar im Jahr. Bei FairUp Career kostet die Lizenz ab 7.900 Euro im Jahr, eine Plattformgebühr fällt nicht an. In allen Fällen kommen die Gebühren des Zahlungsdienstleisters hinzu.
Die Differenz ist erheblich, und sie ist der Preis für das, was Luma nicht öffentlich ausweist: Standbuchung mit Hallenplan, Ausstellerportal, Rechnungsstellung an Aussteller, Jobboard, Talentpool und Matchmaking. Ob sich das lohnt, hängt davon ab, wie viel Zeit Ihr Team heute mit genau diesen Aufgaben verbringt. Wie sich das rechnen lässt, zeigt der Beitrag Fünf Tools für eine Messe oder eine Plattform.
Einladungen und Nachfassen
Luma Plus erlaubt laut Preisseite bis zu 5.000 Einladungen und Newsletter pro Woche über die Plattform. Das ist für Community-Veranstalter ein echter Vorteil, weil sie ihr Publikum dort pflegen, wo es sich anmeldet. Für eine Karrieremesse gilt dabei dieselbe Grenze wie für jede andere Plattform: Werbung per E-Mail, und dazu zählt die Einladung zur nächsten Messe, braucht nach Paragraf 7 Absatz 2 Nummer 2 UWG eine vorherige ausdrückliche Einwilligung.
Holen Sie diese Einwilligung bei der Anmeldung mit einem eigenen, nicht vorausgewählten Kästchen ein, getrennt von der Anmeldung selbst. Wie das im Einzelnen aussieht, beschreibt der Eintrag zur Einwilligung. Organisatorische Mails zur Veranstaltung selbst sind davon nicht betroffen.
Datenschutz bei Hochschulen
Für Hochschulen und andere öffentliche Stellen kommt eine Besonderheit hinzu. Artikel 6 Absatz 1 DSGVO schließt das berechtigte Interesse für Behörden, die in Erfüllung ihrer Aufgaben handeln, aus; die Anmeldung stützt sich dann auf eine öffentliche Aufgabe nach Landesrecht oder eine Einwilligung. Viele Träger machen außerdem eigene Vorgaben zum Hosting. Klären Sie diese Vorgaben, bevor Sie ein Werkzeug auswählen, nicht danach. Welche Punkte ein Auftragsverarbeitungsvertrag abdecken muss, führt die AVV-Checkliste auf.
FairUp und Luma im Direktvergleich
| Merkmal | Luma laut öffentlicher Darstellung | FairUp laut Preisseite |
|---|---|---|
| Einstieg | kostenlos, unbegrenzte Events und Gäste | Free 0 Euro, unbegrenzt viele kostenlose Veranstaltungen mit je 150 Teilnehmenden |
| Ticketing | 5 Prozent Plattformgebühr, mit Plus 0 Prozent | ab Starter, ohne Plattformgebühr |
| Bezahlpaket | Plus 59 US-Dollar im Monat bei Jahreszahlung | Starter 1.068 Euro, Pro 2.988 Euro, Career ab 7.900 Euro im Jahr |
| Ausstellermanagement und Standvergabe | öffentlich nicht ausgewiesen | ab dem Paket Expo |
| Matching Studierende und Unternehmen | öffentlich nicht ausgewiesen | im Paket Career |
| Check-in | Check-in über Luma | Check-in per QR-Code in allen Paketen, Badges ab Pro |
| Vertragsunterlagen | DPA mit EU-Standardvertragsklauseln öffentlich | Auftragsverarbeitungsvertrag, Maßnahmen und Unterauftragsverarbeiter auf Anfrage |
| Hosting | US-Anbieter, Datenflüsse im DPA beschrieben | AWS, Region Frankfurt |
Was eine Karrieremesse organisatorisch tatsächlich verlangt, führt der Beitrag Karrieremesse planen in acht Wochen Woche für Woche auf.
Wann Luma die richtige Wahl ist
Luma passt für informelle Community-Treffen, Meetups, interne Teamevents, Nebenprojekte und Online-Veranstaltungen mit Zoom, also überall dort, wo Geschwindigkeit vor Verwaltungstiefe geht und keine Aussteller abgerechnet werden. Auch ein kleines Recruiting-Dinner mit fünf Unternehmen, die nichts bezahlen, lässt sich dort gut organisieren.
Für solche kleinen Formate gibt es allerdings auch bei FairUp einen kostenlosen Einstieg. Der Unterschied liegt dann weniger im Preis als in der Frage, was nach dem ersten Event kommt. Wer absehbar zu einer Messe mit zahlenden Ausstellern wachsen will, spart sich einen späteren Umzug der Daten, wenn er gleich auf der Plattform beginnt, die das später abbilden kann. Wer bei Meetups bleibt, braucht diese Reserve nicht und ist mit einem schlanken Werkzeug besser bedient.
Wann FairUp die richtige Wahl ist
FairUp passt, sobald Unternehmen für ihre Teilnahme bezahlen, Stände vergeben werden, Rechnungen entstehen müssen oder Studierende und Unternehmen gezielt zusammengebracht werden sollen. Für Hochschulen kommt hinzu, dass die Beschaffung oft ein prüffähiges Angebot mit nachvollziehbaren Preisen verlangt und dass eine Verarbeitung in Deutschland die Prüfung vereinfacht. Wie eine Hochschule ihre Karrieremesse insgesamt aufsetzt, beschreibt der Beitrag zur Karrieremesse an Hochschulen.
Von Luma wechseln
Wer mit Luma begonnen hat und für die nächste Karrieremesse eine Plattform mit Ausstellerverwaltung braucht, muss nicht bei null anfangen. Luma nennt den Export per CSV als Funktion des kostenlosen Plans, damit lassen sich Teilnehmerlisten mitnehmen. Prüfen Sie vorher, für welchen Zweck die Daten erhoben wurden: Kontakte aus einem Meetup dürfen nicht ohne Weiteres für die Einladung zur Karrieremesse verwendet werden, wenn dafür keine Einwilligung vorliegt.
Der beste Zeitpunkt für den Wechsel liegt zwischen zwei Ausgaben, nicht mitten in der Anmeldephase. Und manchmal ist die Antwort auch, beides zu nutzen: Luma für die offenen Community-Formate und eine Messeplattform für die Karrieremesse mit Ausstellern. Dann sollte klar geregelt sein, welche Daten wo liegen.
Was Sie im Testfall prüfen sollten
Wer Luma für eine Karrieremesse in Betracht zieht, sollte drei Dinge an einem echten Beispiel prüfen. Erstens die Aussteller: Wie werden zwanzig Unternehmen mit Profilen, Ansprechpersonen und Standplätzen abgebildet, und wer pflegt diese Daten? Zweitens die Rechnungen: Welcher Beleg entsteht für ein Standpaket, enthält er alle Angaben nach Paragraf 14 UStG, und wie sieht es mit der E-Rechnung ab 2027 aus? Drittens die Datenflüsse: Welche Unterauftragsverarbeiter sind beteiligt, und welche Vorgaben macht Ihre Hochschule oder Ihr Träger zum Hosting?
Dieselben Fragen gehören an FairUp. Einen Überblick über die übrigen Anbieter gibt der Vergleich von Eventsoftware nach Einsatzfall.
Auch für Workshops, Konferenzen und Business Events
Luma wird oft für Community-Treffen und kleinere Formate gewählt, und genau dort stellt sich die Frage nach Plätzen, Freigaben und Einlass. FairUp ist nicht nur für Messen gebaut. Für Workshops und Seminare lässt sich die Teilnehmerzahl begrenzen, eine Warteliste führen und jede Anmeldung von einer Freigabe abhängig machen. Bei Konferenzen stehen die Programmpunkte als Sessions mit Agenda auf der Eventseite, und die Anwesenheit lässt sich je Session kontrollieren. Für Business Events und Kundenveranstaltungen gibt es ein eigenes Einladungsmanagement, Begleitpersonen mit getrenntem Check-in, Erinnerungen 24 Stunden und eine Stunde vor Beginn sowie eine automatische Umfrage nach dem Event. Namensschilder entstehen bei allen Formaten erst beim Check-in.
Wie das an einer Firmenveranstaltung oder Konferenz aussieht, zeigt die Seite FairUp für Business Events.
Häufige Fragen
Ist Luma in Deutschland nutzbar?
Ja. Luma stellt ein Data Processing Addendum mit EU-Standardvertragsklauseln bereit. Wie bei jedem Anbieter bleiben die tatsächlichen Datenflüsse, die Voraussetzungen des Kapitels V DSGVO und die eigenen Vorgaben Ihres Trägers zu prüfen.
Was kostet Luma?
Der Einstieg ist laut Preisseite kostenlos, mit 5 Prozent Plattformgebühr auf kostenpflichtige Events. Luma Plus kostet 59 US-Dollar im Monat bei jährlicher Abrechnung, dafür entfällt die Plattformgebühr. Zahlungsgebühren kommen hinzu.
Kann ich mit Luma Aussteller abrechnen?
Ausstellermanagement und Standvergabe weist Luma öffentlich nicht aus. Ob die Belege aus der Zahlungsabwicklung für eine Ausstellerrechnung nach deutschem Recht genügen, sollten Sie im Testfall prüfen.
Gibt es eine kostenlose Alternative mit Hosting in Deutschland?
FairUp bietet einen dauerhaft kostenlosen Plan für beliebig viele kostenlose Veranstaltungen mit je 150 Teilnehmenden, mit Anmeldung, Teilnehmermanagement und Check-in, verarbeitet in Frankfurt. Ticketverkauf und Ausstellerfunktionen gehören in die bezahlten Pakete.
Welches Werkzeug passt für ein Recruiting-Meetup ohne Standgebühren?
Für ein kleines Format ohne Aussteller, die bezahlen, sind Luma und der kostenlose Plan von FairUp beide geeignet. Entscheidend sind dann Gestaltung, Reichweite und die Vorgaben Ihres Trägers zum Datenschutz.
Wie talentefinder als spezialisierte Matching-Plattform einzuordnen ist, steht im Vergleich FairUp und talentefinder.