FairUp und Pretix überschneiden sich beim Ticketing, lösen aber nicht dasselbe Problem. Pretix ist eine tief ausgebaute Ticketing-Plattform mit Self-Hosting-Option, FairUp deckt den Messebetrieb mit Ausstellern, Standflächen und Leads ab. Dieser Vergleich belegt jede Aussage mit der offiziellen Anbieterquelle und nennt den Prüfstand.

FairUp und Pretix überschneiden sich beim Ticketing, lösen aber nicht dasselbe Ausgangsproblem. Pretix ist eine tief ausgebaute Ticketing-Plattform mit gehosteter und selbst betriebener Variante. FairUp positioniert sich als Plattform für den Eventbetrieb bei Business-, Karriere- und Messeformaten, bei denen neben Teilnehmenden auch Aussteller, Standflächen und Leads verwaltet werden.
Wer die beiden gegeneinanderstellt, sollte deshalb nicht Funktionslisten zählen, sondern zuerst die eigene Engstelle benennen. Liegt sie im Ticketverkauf oder im Ablauf drumherum? Diese eine Frage entscheidet den Vergleich schneller als jede Tabelle.
Kurzantwort: Pretix ist besonders naheliegend, wenn flexibles Ticketing, Self-Hosting und technische Erweiterbarkeit im Zentrum stehen. FairUp ist besonders naheliegend, wenn ein Team Ticketing mit Ausstellerverwaltung, Standvergabe und Leadprozessen in einer Oberfläche verbinden will.
Transparenz: Diesen Vergleich veröffentlicht FairUp. Geprüft wurden ausschließlich öffentlich zugängliche Anbieterangaben, Prüfstand ist der 3. September 2026. Funktionen können vom Tarif, vom Plugin oder vom individuellen Vertrag abhängen. Deshalb vergeben wir keine pauschalen Siegerhäkchen und kein Gesamturteil zum Datenschutz.
| Kriterium | Pretix | FairUp | Was vor dem Kauf zu prüfen ist |
|---|---|---|---|
| Schwerpunkt | Online-Ticketing, Kasse, Einlass und zugehörige Prozesse | Eventbetrieb für Business- und Karrieremessen einschließlich Teilnehmer- und Ausstellerprozessen | Welcher Prozess verursacht heute die meiste manuelle Arbeit? |
| Betrieb | Gehostet sowie Community und Enterprise auf eigenem Server | Cloudbetrieb, Serverstandort Deutschland laut Anbieterangabe | Wer betreibt, aktualisiert und überwacht das System? |
| Ticketing | Umfangreicher Kern mit Kontingenten, Zahlungen, Shop und Einlass | Ticketing in den Paketen Starter und Pro ausgewiesen | Benötigte Zahlarten, Steuerfälle, Erstattungen und Kassenprozesse testen |
| Aussteller | Enterprise-Plugin Aussteller & Lead-Scanning, dazu pretixLEAD als eigenes Ausstellerangebot | Ausstellermanagement und Standvergabe in den Messepaketen Expo und Career, nicht in den Ticketpaketen | Standbuchung, Freigaben, Rechnungen, Hallenplanung und Portale einzeln vorführen lassen |
| Erweiterbarkeit | Open-Source-Plugins, REST-API, Webhooks; Enterprise mit proprietären Plugins | Exporte in allen Paketen, API-Zugriff laut Preisseite erst im Enterprise-Paket | Welche Daten müssen in CRM, Buchhaltung oder Identitätssysteme? |
| Datenschutz | Rollen, Hostingvariante, Vertrag, Unterauftragnehmer und konkrete Konfiguration prüfen | Serverstandort Deutschland; Rollen, Vertrag, Unterauftragnehmer und Maßnahmen trotzdem prüfen | Kein Anbietername ersetzt die dokumentierte Datenschutzprüfung |
| Preislogik | Community selbst gehostet kostenlos; Enterprise nach Umsatzklasse und Lizenzpunkten; gehostet separat bepreist | Free 0 Euro, Starter 89 Euro und Pro 249 Euro im Monat, Expo ab 4.900 Euro und Career ab 7.900 Euro im Jahr, jeweils zuzüglich Plattformgebühr | Gesamtkosten aus Lizenz, Hosting, Plugins, Transaktionen, Einrichtung und interner Betreuung rechnen |
Pretix dokumentiert ein breites Ticketing-System mit Shop, Zahlungswegen, Einlass, Teamrechten, Exporten, API und Webhooks. Für Organisationen mit eigener technischer Betriebskompetenz ist die Community Edition eine ernst zu nehmende Option, denn sie ist als Open-Source-Software dauerhaft kostenlos und lässt sich vollständig selbst betreiben.
Neben dem Ticketsystem stehen pretixPOS als Kassensystem, pretixSCAN für Einlasskontrolle und Badgedruck, pretixKIOSK für Selbstbedienung am Automaten sowie Venueless für digitale Formate. Wer mehrere dieser Bausteine braucht, bekommt sie aus einer Hand. Das ist ein realer Vorteil gegenüber Anbietern, die den Einlass an Fremdsysteme abgeben.
Die frühere Aussage in diesem Beitrag, Pretix habe kein Ausstellermanagement, war in dieser Absolutheit falsch und wurde gestrichen. Die offizielle Preisseite führt ein Enterprise-Plugin Aussteller & Lead-Scanning mit drei Lizenzpunkten, und pretixLEAD ist ein eigenes Produkt für papierloses Networking und Ausstellerkontakte.
Offen bleibt damit nur die genauere Frage, und die muss eine Demo beantworten: Deckt das den vollständigen Ablauf einer Fach- oder Karrieremesse ab, also Standvergabe auf einem Hallenplan, Freigabe von Ausstellerprofilen, Rechnungsworkflow für Standpakete und Matching? Lead-Scanning und Standvergabe sind zwei verschiedene Dinge, auch wenn beide unter „Aussteller“ laufen.
FairUp bündelt laut aktueller Preisdarstellung Teilnehmermanagement und Ticketing mit Aussteller- und Leadmanagement; für Karriereformate kommen Jobboard, Talentpool und digitale Firmenprofile mit Lebenslauf-Upload hinzu. Das ist vor allem dann relevant, wenn nicht der Ticketshop, sondern der Übergang zwischen Einladung, Ausstellerbuchung, Profilpflege, Besucherinteraktion und Nachbereitung den größten Aufwand verursacht.
Hier liegt eine Fehlerquelle, die im Vergleich gern untergeht: Ausstellerfunktionen beginnen bei FairUp erst mit dem Messepaket Expo. Die Ticketpakete Starter und Pro enthalten sie nicht. Wer den Vergleich mit dem Monatspreis von Starter aufmacht und dabei Ausstellerprozesse meint, vergleicht die falschen Zeilen. Die vollständige Aufteilung steht auf der Preisseite.
Auch hier gilt: Ein Funktionsname ist kein Prozessnachweis. Lassen Sie im Test zeigen, wie ein Aussteller freigegeben wird, eine Standoption erhält, seine Daten selbst pflegt, wie eine Rechnung entsteht und wie Leads exportiert werden. Erst daran wird sichtbar, welche Schritte im gewählten Paket ohne Nebensystem funktionieren. Wie dieser Ablauf idealerweise aussieht, beschreibt der Beitrag zur Ausstelleranmeldung und zur digitalen Standvergabe.
Pretix veröffentlicht Informationen zu Datenschutz und Sicherheit und ermöglicht Self-Hosting, was die Datenhoheit maximiert und den Betriebsaufwand zu Ihnen verlagert. FairUp betreibt nach eigener Angabe in Deutschland. Beides sind relevante Merkmale, aber keine automatische Compliance-Garantie.
Prüfen Sie für beide Lösungen dieselben Punkte: Rollen und Vertrag nach Artikel 28 DSGVO, siehe AVV-Checkliste, dazu Unterauftragnehmer und Supportzugriffe, Drittlandtransfers sämtlicher Teildienste, Rechte- und Löschkonzept, technische und organisatorische Maßnahmen mit Protokollierung, den Prozess bei Sicherheitsvorfällen sowie Datenexport und Vertragsende. Die vollständige Systematik dazu steht in den zwölf Prüfkriterien für Eventsoftware.
Warum kein Häkchen: „DSGVO-konform ja oder nein“ ist keine sinnvolle Vergleichszeile. Konformität ist eine Eigenschaft der Verarbeitung, nicht des Produkts, und hängt an Ihrer Konfiguration ebenso wie an den Verträgen des Anbieters.
Listenpreise sind der schlechteste Vergleichsmaßstab, weil bei beiden Anbietern die eigentlichen Kosten anderswo entstehen. Legen Sie stattdessen ein Jahresszenario fest und rechnen Sie beide Systeme dagegen.
| Kostenblock | Bei Pretix | Bei FairUp |
|---|---|---|
| Lizenz | Community selbst gehostet kostenlos; Enterprise gestaffelt nach Jahresumsatzklasse, laut Preisseite ab 499 Euro im Jahr | Paketpreis nach Free, Starter, Pro, Expo, Career oder Enterprise |
| Funktionsumfang | Enterprise-Plugins über Lizenzpunkte, Ausstellerfunktion mit drei Punkten | Über die Paketstufe; Ausstellerfunktionen ab Expo |
| Transaktion | Zahlungsabwicklung je nach gewähltem Anbieter | Plattformgebühr 1,5 Prozent im Starter, 0,9 Prozent ab Pro, zuzüglich Zahlungsabwicklung |
| Betrieb | Bei Self-Hosting Server, Updates, Sicherung und Bereitschaft im eigenen Haus | Im Paketpreis enthalten |
| Einrichtung | Je nach Eigenleistung und Pluginumfang | Gemeinsame Einrichtung ab Expo, Onboarding für Aussteller ab Career |
Die vollständigen FairUp-Konditionen einschließlich Plattformgebühr stehen auf der Preisseite. Für Pretix staffelt die Editionsübersicht die Lizenzgebühr nach Jahresumsatz. Wir nennen bewusst keine Einzelzahl für ein Pretix-Gesamtpaket, weil sie ohne Volumenszenario irreführend wäre. Wie sich Pro-Kopf- und Pauschalmodelle grundsätzlich unterscheiden, rechnet der Beitrag zu den Kosten von Eventsoftware durch.
eine Organisation bereits komplexe Ticketing-Prozesse in Pretix betreibt und zusätzlich Messeabläufe abbilden will. Die frühere Aussage, eine Kombination sei kontraproduktiv, war zu pauschal. Sie ist weder automatisch sinnvoll noch grundsätzlich falsch. Vorab zu klären sind Datenhoheit, Synchronisationsrichtung, Umgang mit Dubletten, Fehlerbehandlung und Supportzuständigkeit. Ohne diese fünf Antworten entsteht eine Schnittstelle, die im Störungsfall niemandem gehört.
Öffentliche Anbieterseiten beschreiben Funktionen, keine Prozesse. Für keine der beiden Plattformen lässt sich von außen belegen, wie viele Klicks eine Standumbuchung kostet, wie robust der Einlass bei Netzausfall arbeitet oder wie sauber eine Teilstornierung in die Rechnung zurücklauft. Genau das entscheidet aber den Alltag.
Belastbar wird der Vergleich deshalb erst mit einem identischen Testfall in beiden Systemen. Wir empfehlen drei: eine Teilstornierung mit Rechnungskorrektur, eine Ausstellerbuchung mit späterer Standänderung und ein Zugriffsentzug mit Datenexport. Wer beide Anbieter dieselben drei Aufgaben lösen lässt, braucht anschließend keine Funktionsliste mehr.
Ja, in Form eines Enterprise-Plugins für Aussteller und Lead-Scanning sowie des eigenständigen Produkts pretixLEAD. Ob der Funktionsumfang die Standvergabe und Ausstellerabrechnung einer Fachmesse abdeckt, muss im Einzelfall geprüft werden. Die frühere gegenteilige Aussage in diesem Beitrag war falsch.
Die Community Edition ist als Open-Source-Software dauerhaft kostenlos, wenn Sie selbst hosten. Kosten entstehen dann durch Server, Betrieb und Bereitschaft. Die Enterprise-Editionen sind nach Jahresumsatz gestaffelt, gehostete Angebote werden separat bepreist.
Ja, dafür sind die Pakete Free, Starter und Pro gedacht. Ausstellermanagement und Standvergabe beginnen erst mit Expo. Wer nur Tickets verkauft, braucht die Messepakete nicht.
Diese Frage lässt sich nicht mit einem Namen beantworten. Self-Hosting bei Pretix gibt Ihnen maximale Kontrolle und maximale Verantwortung. Ein deutscher Cloudbetrieb nimmt Ihnen Betriebsaufwand ab und verlagert Prüfpunkte auf Vertrag und Unterauftragnehmer. Beides ist zulässig, beides muss dokumentiert werden.
Technisch ja. Sinnvoll ist es, wenn ein bestehender Ticketbetrieb erhalten bleiben soll und Messeprozesse dazukommen. Vorher müssen Datenhoheit, Synchronisationsrichtung, Dublettenbehandlung und Supportzuständigkeit geklärt sein.
Pretix gegen FairUp ist keine Funktionszählung. Die entscheidende Frage lautet, ob Ihr Engpass im Ticketing oder im gesamten Messebetrieb liegt. Pretix ist im Ticketing tiefer und technisch offener, FairUp deckt den Ausstellerprozess in einem System ab, sobald das passende Paket gewählt ist.
Testen Sie beide Systeme mit demselben Ablauf von Anfang bis Ende und verlangen Sie für Preis, Datenschutz und Prozessabdeckung dieselbe Belegqualität. Wer breiter vergleichen will, findet den Marktüberblick im Eventsoftware-Vergleich, die rechtliche Seite des Ticketverkaufs behandelt der Ticketing-Leitfaden.
Standvergabe, Ausstellerportal, Abrechnung und Messekatalog gehören zu den kostenpflichtigen Paketen. In einer Demo gehen wir den Ablauf an einem echten Standpaket oder an Ihrem eigenen Veranstaltungsformat durch, nicht an einem Beispiel.
Demo mit eigenem Fall buchenZwanzig Minuten, unverbindlich. Was ohne Kosten möglich ist, steht auf der Preisseite.