FairUp vs. Eventbrite: Der ehrliche Vergleich für DACH-Veranstalter
Eventbrite ist weltweit eine der bekanntesten Event-Plattformen. Ob sie auch die richtige Wahl für Karrieremessen, Fachmessen und Business-Events im deutschsprachigen Raum ist, hängt vom Ablauf ab, der im Mittelpunkt steht. Dieser Vergleich zeigt anhand öffentlicher Angaben die Unterschiede bei Kostenmodell, Datenschutzrollen, Funktionsumfang und Einsatzfall, mit offengelegter Prüfmethode.

- Eventbrite bringt als einziger Anbieter in diesem Vergleich einen eigenen Marktplatz mit Reichweite mit.
- Kostenlose Veranstaltungen sind bei Eventbrite gebührenfrei, bei bezahlten Tickets tragen standardmäßig die Käufer die Gebühr.
- FairUp rechnet mit einer Jahreslizenz ohne Plattformgebühr, die Lizenz fällt auch bei einer einzigen kleinen Veranstaltung an.
- Für einen Teil der Daten tritt Eventbrite selbst als verantwortliche Stelle auf, nicht nur als Auftragsverarbeiter.
- Für Fach- und Karrieremessen mit Ausstellerbetrieb ist FairUp gebaut, für offene Publikumsevents mit Reichweitenbedarf Eventbrite.
Was ist eine Eventbrite-Alternative aus Deutschland für B2B-Veranstaltungen?
Für B2B-Veranstaltungen mit Ausstellern, Rechnungen und eigenem Branding kommen deutsche Plattformen wie FairUp, pretix, guestoo oder doo infrage. FairUp ist auf Business-, Karriere- und Messeveranstaltungen ausgelegt, hostet in Frankfurt und bildet Aussteller, Standbuchung und Rechnungen ab, abgerechnet über eine Jahreslizenz ohne Plattformgebühr. Bei wenigen kleinen Veranstaltungen ist das transaktionsbasierte Modell von Eventbrite meist günstiger, mit mehreren Veranstaltungen und steigender Ticketzahl verschiebt sich die Rechnung zugunsten der Jahreslizenz.
Wie dieser Vergleich entstanden ist
Diesen Vergleich veröffentlicht FairUp. Grundlage sind ausschließlich öffentlich zugängliche Preis-, Funktions-, Datenschutz- und Vertragsseiten beider Anbieter, zuletzt geprüft am 29. September 2026. Merkmale, die ein Anbieter nicht öffentlich ausweist, bewerten wir nicht als vorhanden, und für den Datenschutz vergeben wir kein Gesamturteil. Funktionen, die nicht beworben werden, können trotzdem verfügbar sein; prüfen Sie sie im Testfall.
Was Eventbrite ist und wofür es sich eignet
Eventbrite ist eine weit verbreitete Ticketplattform mit eigenem Marktplatz, auf dem Besucher Veranstaltungen finden. Die Stärken liegen bei Publikumsveranstaltungen, Community-Treffen und offenen Formaten, bei denen Reichweite zählt. Eine Ticketseite ist schnell eingerichtet, die Zahlungsabwicklung etabliert, und kostenlose Veranstaltungen lassen sich laut deutscher Preisseite ohne Gebühren veröffentlichen.
Im deutschsprachigen Raum bringt Eventbrite als einziger Anbieter in diesem Vergleich eine eigene Reichweite mit. Für offene Veranstaltungen, die neue Besucher gewinnen sollen, ist das ein echter Vorteil, den eine Plattform ohne Marktplatz nicht ersetzen kann.
Was wir korrigiert haben
Eine frühere Fassung dieses Beitrags nannte einen konkreten Rechenzentrumsstandort, berief sich auf die Einstufung einer Aufsichtsbehörde und führte mehrere Funktionen als absolute Lücken auf. Diese Aussagen ließen sich an öffentlichen Quellen nicht belegen und sind gestrichen, ebenso eine Datenschutzspalte mit Haken und Kreuz und frühere Gebührenzahlen samt abgeleitetem Umschlagpunkt. Belegbar ist stattdessen, was in den folgenden Abschnitten steht.
Wer die Gebühren trägt
Eventbrite beschreibt sein Modell auf der deutschen Preisseite so: Für kostenlose Veranstaltungen fallen keine Gebühren an, bei kostenpflichtigen Tickets zahlen standardmäßig die Käufer die Gebühren, der Veranstalter kann sie aber selbst übernehmen. Konkrete Gebührensätze für Deutschland nennt die Seite nicht; die dort beschriebenen Preispakete sind laut derselben Seite in den USA, Kanada, Australien, Neuseeland, dem Vereinigten Königreich und Irland verfügbar.
Für Veranstalter heißt das: Ob Eventbrite günstig ist, hängt davon ab, wie Ihre Teilnehmenden auf einen Aufschlag im Bezahlvorgang reagieren und ob Sie die Gebühr selbst übernehmen. FairUp berechnet eine Jahreslizenz ohne Plattformgebühr, auf die eigenen Verkäufe fällt nur die Gebühr des Zahlungsdienstleisters Stripe an, in der Regel 2,9 Prozent plus 0,25 Euro. Die Lizenz fällt auch bei einer einzigen kleinen Veranstaltung an.
Die Kostenstruktur im Vergleich
| Anbieter | Kostenmodell laut öffentlicher Darstellung | Der Posten, der gern übersehen wird |
|---|---|---|
| Eventbrite | kostenlose Events gebührenfrei, bei bezahlten Tickets Gebühren, standardmäßig beim Käufer | wie die Gebühr im Bezahlvorgang erscheint und ob Sie sie übernehmen |
| FairUp | Jahreslizenz nach Paket, keine Plattformgebühr, nur die Zahlungsgebühr | die Lizenz fällt auch bei einer einzigen kleinen Veranstaltung an |
Rechnen Sie beide Modelle mit Ihrem eigenen Jahresszenario durch: Zahl der Veranstaltungen, verkaufte Tickets, Ticketpreis, Zahlungsarten. Bei wenigen kleinen Veranstaltungen ist ein rein transaktionsbasiertes Modell in der Regel günstiger; mit steigender Ticketzahl und mehreren Veranstaltungen im Jahr verschiebt sich die Rechnung zugunsten einer Jahreslizenz. Wie sich das systematisch rechnen lässt, erklärt der Beitrag Was Eventsoftware wirklich kostet.
Datenschutz: wer ist verantwortlich?
Hier liegt ein Punkt, der in vielen Vergleichen fehlt. Eventbrite beschreibt sich in seiner Datenschutzrichtlinie als Gesellschaft nach dem Recht des US-Bundesstaates Delaware mit Sitz in San Francisco und erklärt, dass Eventbrite Inc. für Nutzer im Europäischen Wirtschaftsraum hinsichtlich der über die Dienste erfassten Daten als verantwortliche Stelle handelt; die Vertretung in der EU sitzt in Irland. Daneben veröffentlicht Eventbrite für Veranstalter ein Data Processing Addendum mit Regelungen für internationale Übermittlungen.
Für Veranstalter bedeutet das: Bei Eventbrite ist nicht jede Verarbeitung Auftragsverarbeitung. Ein Teil der Daten verarbeitet die Plattform in eigener Verantwortung. Klären Sie deshalb, welche Rolle für welche Daten gilt, und stellen Sie Ihre Datenschutzhinweise entsprechend dar. FairUp hostet bei AWS in der Region Frankfurt und stellt Auftragsverarbeitungsvertrag, technische und organisatorische Maßnahmen und die Liste der Unterauftragsverarbeiter auf Anfrage bereit. Die Systematik für diese Prüfung steht in den zwölf Prüfkriterien.
Wo Eventbrite im Messebetrieb an Grenzen stößt
Die folgenden Punkte sind auf den öffentlichen Seiten von Eventbrite nicht ausgewiesen. Das ist kein Beweis, dass es sie nicht gibt, wohl aber der Grund, sie in einem Testfall zu prüfen. Ausstellerprofile, Standplatzvergabe und getrennte Ausstellerkommunikation sind nicht beschrieben. Eine Vermittlungslogik zwischen Teilnehmenden und Ausstellern ist nicht ausgewiesen. Mehrraumbetrieb und Programmpunkte mit eigener Anmeldung stehen nicht als eigene Funktion im Vordergrund.
Bei der Rechnungsstellung liegen Einrichtung und steuerliche Verantwortung beim Veranstalter. Ob die Belege für Ausstellerabrechnung und die Pflichtangaben nach Paragraf 14 UStG genügen, gehört in den Testfall, ebenso die Frage, wie sich die E-Rechnungspflicht für Leistungen zwischen inländischen Unternehmern ab 2027 abbilden lässt.
Was FairUp bietet
FairUp bildet Anmeldung, Ticketing, Teilnehmermanagement und Check-in per QR-Code ab. Ab dem Paket Expo kommt das Ausstellermanagement mit Anmeldung, Freigabe und Rechnungsstellung dazu, Standbuchung über einen Hallenplan und ein Ausstellerportal zur Selbstpflege. Matchmaking zwischen Studierenden und Unternehmen ist Teil des Pakets Career, nicht von Expo. Räume und Zeitfenster werden im System geplant, und Programmpunkte lassen sich als eigene Unterveranstaltungen mit eigener Anmeldung und eigenem Check-in anlegen.
Einen eigenen Marktplatz, auf dem Besucher neue Veranstaltungen entdecken, hat FairUp nicht. Veranstaltungen laufen über eine eigene Eventseite mit dem Branding des Veranstalters, und die Reichweite kommt aus den eigenen Kanälen. Eine direkte CRM-Anbindung gehört nicht zum Standard; die Übergabe läuft über Exporte in Excel, CSV oder PDF.
Einlass und Namensschilder
Bei Fach- und Karrieremessen ist der Einlass mehr als das Abhaken einer Liste. Besucher, Aussteller, Standpersonal und Referierende kommen durch denselben Eingang und brauchen unterschiedliche Ausweise. FairUp enthält ab dem Paket Pro Badge- und Check-in-Software: Der QR-Code auf dem Ticket wird am Check-in gescannt, und das Namensschild wird erst in diesem Moment gedruckt. Für Gäste, die nicht erscheinen, entsteht kein Namensschild.
Wie Einlass und Namensschilder bei Eventbrite im Einzelnen gelöst sind, nennt die deutsche Preisseite nicht; prüfen Sie es im Testfall mit Ihrer erwarteten Besucherzahl zur Spitzenzeit. Wie der Druck auf Abruf technisch funktioniert, beschreibt der Beitrag zu Namensschildern, die live gedruckt werden.
Aussteller und Freikarten
Bei Messen hängen Besucher- und Ausstellerseite eng zusammen. Aussteller bekommen oft Freikarten für eigene Kunden, die sie selbst verteilen, und diese Besucher sollen im Bericht an den Aussteller wieder auftauchen. Laufen Ticketverkauf und Ausstellerverwaltung in getrennten Systemen, werden diese Kontingente zur Handarbeit: Codes erzeugen, per Mail verschicken, am Ende von Hand zuordnen.
In einer Plattform, in der beide Seiten zusammenlaufen, bucht der Aussteller sein Paket, pflegt sein Profil im Ausstellerportal, wählt, wenn freigegeben, seinen Stand im Hallenplan und bekommt seine Rechnung aus der Buchung. Genau diese Verbindung ist der Kern, für den FairUp gebaut ist, und der Grund, warum ein reiner Ticketshop bei Messen schnell an Grenzen kommt.
Reichweite oder eigene Kanäle
Die Frage nach dem Marktplatz entscheidet oft mehr als jede Funktion. Wer ein offenes Publikum gewinnen will, das den Veranstalter noch nicht kennt, profitiert von einer Plattform, auf der Menschen aktiv nach Veranstaltungen suchen. Wer bekannte Zielgruppen einlädt, etwa Studierende der eigenen Hochschule, Aussteller einer Messe oder Kunden, braucht den Marktplatz nicht und behält mit einer eigenen Eventseite die Beziehung zu den Teilnehmenden bei sich.
Für Karriere- und Fachmessen gilt fast immer der zweite Fall. Die Besucher kommen über Hochschulkanäle, Verbände, Kammern und die Aussteller selbst, nicht über einen Ticketmarktplatz.
Widerruf und Teilnahmebedingungen
Bei Tickets an Verbraucher stellt sich die Frage des Widerrufsrechts. Paragraf 312g Absatz 2 Nummer 9 BGB nimmt Verträge über Dienstleistungen im Zusammenhang mit Freizeitbetätigungen aus, wenn der Vertrag einen spezifischen Termin vorsieht. Das gilt unabhängig von der Plattform; entscheidend ist, dass Ihre Teilnahmebedingungen es richtig darstellen. Bei Eventbrite und FairUp gleichermaßen liegt die Gestaltung der Bedingungen beim Veranstalter. Die Grundlagen stehen im Eintrag zum Widerrufsrecht bei Veranstaltungen.
Direktvergleich nach Einsatzfall
| Einsatzfall | Naheliegende Wahl | Warum |
|---|---|---|
| offenes Publikumsevent mit Reichweitenbedarf | Eventbrite | eigener Marktplatz, schneller Start, keine Jahreslizenz |
| einzelne kleine Ticketveranstaltung im Jahr | Eventbrite | rein transaktionsbasiert, keine Grundkosten |
| Fach- oder Karrieremesse mit Ausstellerbetrieb | FairUp | Standvergabe, Ausstellerportal und Abrechnung in einem System |
| mehrere Veranstaltungen im Jahr mit hohem Ticketvolumen | FairUp | Lizenz für alle Veranstaltungen, ohne Pro-Kopf-Gebühren |
| öffentlicher Träger mit eigener Hostingvorgabe | im Einzelfall prüfen | entscheidend sind die Vorgabe Ihres Hauses und die tatsächlichen Datenflüsse |
Wie sich Eventbrite gegenüber den übrigen Anbietern einordnet, steht im Vergleich von Eventsoftware nach Einsatzfall, der gemeinsame Vergleich mit Cvent für Corporate Events im Beitrag FairUp für Corporate Events.
Auch für Workshops, Konferenzen und Business Events
Eventbrite wird oft für offene Publikumsevents gewählt, viele Veranstalter richten aber vor allem geschlossene Formate aus. FairUp ist nicht nur für Messen gebaut. Für Workshops und Seminare lässt sich die Teilnehmerzahl begrenzen, eine Warteliste führen und jede Anmeldung von einer Freigabe abhängig machen. Bei Konferenzen stehen die Programmpunkte als Sessions mit Agenda auf der Eventseite, und die Anwesenheit lässt sich je Session kontrollieren. Für Business Events und Kundenveranstaltungen gibt es ein eigenes Einladungsmanagement, Begleitpersonen mit getrenntem Check-in, Erinnerungen 24 Stunden und eine Stunde vor Beginn sowie eine automatische Umfrage nach dem Event. Namensschilder entstehen bei allen Formaten erst beim Check-in.
Wie das an einer Firmenveranstaltung oder Konferenz aussieht, zeigt die Seite FairUp für Business Events.
Häufige Fragen
Ist Eventbrite DSGVO-konform?
Diese Frage lässt sich für kein Produkt mit Ja oder Nein beantworten, weil Konformität eine Eigenschaft der Verarbeitung ist. Belegbar ist, dass Eventbrite ein Data Processing Addendum mit Regelungen für internationale Übermittlungen veröffentlicht und für Nutzer im EWR für einen Teil der Daten selbst als verantwortliche Stelle auftritt.
Wer zahlt bei Eventbrite die Gebühren?
Laut deutscher Preisseite standardmäßig die Ticketkäufer, der Veranstalter kann sie aber übernehmen. Für kostenlose Veranstaltungen fallen keine Gebühren an.
Ab wann ist FairUp günstiger als Eventbrite?
Das lässt sich nicht allgemein beziffern, weil Eventbrite auf der deutschen Preisseite keine Gebührensätze nennt. Entscheidend ist die Summe eines Jahres, denn die FairUp-Lizenz deckt unbegrenzt viele Veranstaltungen ab. Rechnen Sie mit Ihren eigenen Zahlen.
Kann man von Eventbrite zu FairUp wechseln?
Ja. Teilnehmerdaten lassen sich per CSV übertragen, sofern der Zweck ihrer Erhebung die weitere Nutzung trägt. Der beste Zeitpunkt liegt zwischen zwei Veranstaltungen, nicht mitten in der Anmeldephase.
Ist ein Vergleich vom Anbieter selbst glaubwürdig?
Nur unter Bedingungen, und wir nennen sie offen: gleiche Kriterien für alle, gleiche Beweislast für FairUp und Wettbewerber, verlinkte Primärquellen, sichtbares Prüfdatum und keine Behauptung über Funktionslücken ohne Beleg.
Wie sich ein Open-Source-Ticketsystem im Vergleich einordnet, beschreibt der Beitrag FairUp und Pretix.