Zwei Angebote für Eventsoftware lassen sich selten direkt vergleichen: Das eine nennt eine Jahreslizenz, das andere einen Grundpreis plus Gebühr je Teilnehmer, das dritte nennt gar nichts. Dieser Artikel zeigt, wie Sie die Modelle auf eine gemeinsame Zahl bringen, und ab welcher Veranstaltungsgröße die Rechnung kippt.

Wer Angebote für Eventmanagement-Software einholt, bekommt vier grundsätzlich verschiedene Logiken auf den Tisch:
Alle vier können sinnvoll sein. Gefährlich wird es, wenn man sie unbesehen nebeneinanderlegt.
Pro-Kopf-Modelle wirken beim Einstieg günstig, weil die Grundgebühr niedrig aussieht. Die Rechnung dreht sich, sobald die Veranstaltung wächst. Ein typisches Beispiel aus dem Markt: Ein Anbieter verlangt eine Jahreslizenz mit 500 inkludierten Teilnehmern und 2 € für jeden weiteren.
Bei einer Karrieremesse mit 3.000 Studierenden kann der Zuschlag damit fast so hoch ausfallen wie die Lizenz selbst, und er fällt genau dann an, wenn die Veranstaltung erfolgreich ist. Für Hochschulen und öffentliche Träger ist das doppelt unangenehm, weil die Kosten erst nach der Anmeldephase feststehen und sich schlecht budgetieren lassen.
Rechnen Sie jedes Angebot auf Ihren realistischen Jahresbedarf um, nicht auf das Listenbeispiel des Anbieters. Drei Zahlen genügen dafür:
Bilden Sie damit zwei Szenarien: die Veranstaltung wie geplant, und die Veranstaltung mit 50 Prozent mehr Teilnehmern. Ein gutes Preismodell erkennt man daran, dass der zweite Fall keine böse Überraschung erzeugt.
Im deutschen Markt für Messe- und Eventsoftware veröffentlicht ein erheblicher Teil der Anbieter überhaupt keine Preise. Für Unternehmen ist das lästig, für öffentliche Einrichtungen ein echtes Hindernis: Ohne belastbare Zahl lässt sich weder eine Haushaltsposition planen noch eine Vergabeentscheidung dokumentieren. Wer drei Angebote einholen muss, braucht drei Gesprächstermine, bevor er überhaupt vergleichen kann.
FairUp veröffentlicht alle Preise vollständig. Der Free-Plan ist dauerhaft kostenlos, Starter liegt bei 1.068 € und Pro bei 2.988 € im Jahr; die Messepakete beginnen bei 4.900 € (Expo) und 7.900 € (Career). Alle kostenpflichtigen Pläne gelten für eine unbegrenzte Zahl von Veranstaltungen und Teilnehmern, ohne Pro-Kopf-Gebühren. Eine Messe mit 300 Besuchern kostet in der Lizenz dasselbe wie eine mit 3.000.
Gebühren fallen nur auf das an, was Sie selbst verkaufen: Stripe erhebt die übliche Kreditkartengebühr, dazu kommt eine Plattformgebühr von 1,5 Prozent im Starter beziehungsweise 0,9 Prozent im Pro und in allen Messepaketen. Alle Paketpreise sind Nettopreise zuzüglich Umsatzsteuer; Transaktionsgebühren kommen darauf nicht obendrauf. Öffentliche Träger erhalten auf Wunsch statt eines Ab-Preises ein prüffähiges Festpreisangebot.
Bei wenigen kostenpflichtigen Tickets ja. Sobald relevanter Ticketumsatz entsteht, kehrt sich das um: Bei 25.000 € Umsatz bedeuten schon 2 Prozent 500 € allein an Plattformgebühr, zusätzlich zu den Zahlungsgebühren.
Achten Sie darauf, ob Anmeldungen ohne Ticketverkauf ebenfalls Pro-Kopf-Gebühren auslösen. Bei rein kostenlosen Formaten sollte keine variable Gebühr anfallen.
Mit einem pauschalen Modell gar nicht. Der Preis steht vorher fest. Bei Pro-Kopf-Modellen sollten Sie mit dem oberen Ende Ihrer Schätzung kalkulieren und sich die Staffelgrenzen schriftlich geben lassen.
Der niedrigste Einstiegspreis ist selten der niedrigste Jahrespreis. Entscheidend ist, wie sich die Kosten verhalten, wenn Ihre Veranstaltung wächst, denn das ist der Fall, den Sie sich wünschen. Rechnen Sie jedes Angebot auf Ihr realistisches Wachstumsszenario um, bevor Sie unterschreiben.
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