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Die Besucherstromanalyse untersucht, wie sich Menschen durch eine Veranstaltung bewegen: wann sie ankommen, welche Wege sie nehmen, wo sie sich stauen und welche Bereiche leer bleiben. Sie dient der Sicherheit, der Hallenplanung und dem Nachweis gegenüber Ausstellern.

Der Begriff bündelt drei verschiedene Fragen. Die erste gilt der Sicherheit: Wo entstehen Engstellen, und wie viele Menschen sind gleichzeitig wo? Die zweite gilt der Planung: Welche Wege nehmen Besucher durch die Halle, und welche Standlagen liegen am Strom? Die dritte gilt dem Nachweis: Wie viele Menschen kamen an einem Stand oder Programmpunkt vorbei? Jede Frage braucht andere Daten, und nicht jede braucht aufwendige Technik.
Wie sich Menschenströme verhalten, wird in Deutschland vor allem am Forschungszentrum Jülich untersucht. Für das Projekt BaSiGo zeichneten die Forscher 2013 in der Messe Düsseldorf die Laufwege von bis zu 1.000 Fußgängern mit Videotechnik auf. Nach der Mitteilung des Forschungszentrums ging es darum, wie ein Fußgängerstau entsteht, wann er in ein Gedränge umschlägt und wie sich Ströme sicherer lenken lassen.
Ein Ergebnis aus dieser Forschung betrifft den Einlass: In Versuchen von Adrian, Seyfried und Sieben, 2020 im Journal of the Royal Society Interface veröffentlicht, stieg die Dichte der Wartenden mit der Breite des Korridors vor dem Tor. Was daraus für die Lenkung folgt, steht unter Crowd Management.
Für Aussteller ist der Besucherstrom eine Planungsgröße. Der Messeverband AUMA nennt in seinem Leitfaden Erfolgreiche Messebeteiligung als Grundlagen der Standplanung die Platzierung in der Halle, den Grundriss des Standes, die Hauptrichtung des Besucherstroms, die Ein- und Übergänge der Halle und die Standnachbarn. In seinem Messelexikon führt der AUMA die Bewegungsanalyse außerdem unter den Methoden, mit denen Aussteller den Erfolg einer Beteiligung messen können.
Für den Veranstalter folgt daraus als eigene Einordnung: Wer weiß, wie die Besucher durch die Halle gehen, kann Standlagen begründen, Preise staffeln und Absagen aus schwachen Bereichen verstehen, siehe Hallenplan, Standfläche und Wiederbuchung.
Die folgende Übersicht ist eine Zusammenstellung aus der Praxis. Am einfachsten sind Zeitstempel aus dem Einlass: Sie zeigen, wann die Ankünfte ihre Spitze hatten, siehe Einlasskontrolle. Die Anwesenheit je Programmpunkt zeigt, wie sich das Publikum auf Räume verteilt hat, siehe Anwesenheitskontrolle je Session. Kontaktscans an den Ständen zeigen, welche Bereiche der Halle Gespräche hatten, siehe Leadscanning. Zählungen von Hand an zwei oder drei Stellen zu festen Zeiten sind grob, aber oft ausreichend.
Aufwendiger sind Kameras mit automatischer Zählung, Sensoren an Durchgängen und die Ortung über Funksignale von Mobiltelefonen. Sie liefern Laufwege und Dichten, kosten aber Geld und werfen Fragen des Datenschutzes auf.
Sobald Bewegungen einer bestimmten Person zugeordnet werden können, sind es personenbezogene Daten. Das gilt für Videoaufnahmen ebenso wie für die Ortung einzelner Geräte. Für viele Fragen reichen Summen: wie viele Menschen in welcher Viertelstunde an welcher Stelle. Wer nur Summen braucht, sollte nur Summen erheben. Was darüber hinausgeht, braucht eine Rechtsgrundlage und eine Information der Besucher, siehe DSGVO bei Events.
Vier Ergebnisse sind für die nächste Ausgabe brauchbar. Die Ankunftsspitze bestimmt die Zahl der Einlassstellen. Leere Bereiche zeigen, wo die Wegführung nicht trägt. Staus zeigen, wo Gänge zu schmal sind oder sich Ströme kreuzen. Und die Verteilung auf Programmpunkte zeigt, welche Räume zu groß oder zu klein waren. Wie lange Besucher bleiben, ist eine eigene Frage, siehe Verweildauer.
Technik anschaffen, bevor die Frage feststeht. Einzelne Personen verfolgen, obwohl Summen genügt hätten. Besucherzahlen am Stand mit Gesprächen gleichsetzen. Die Messung nur einmal durchführen, sodass der Vergleich fehlt. Und Ergebnisse sammeln, ohne im Hallenplan der nächsten Ausgabe etwas zu ändern.
Was ist eine Besucherstromanalyse?
Die Untersuchung, wie sich Menschen durch eine Veranstaltung bewegen: Ankunft, Wege, Staus und wenig besuchte Bereiche.
Wozu dient sie?
Der Sicherheit, der Planung von Hallen und Standlagen und dem Nachweis gegenüber Ausstellern.
Braucht man dafür besondere Technik?
Nicht unbedingt. Zeitstempel aus dem Einlass, die Anwesenheit je Programmpunkt, Kontaktscans und Zählungen von Hand beantworten viele Fragen.
Was ist beim Datenschutz zu beachten?
Sobald Bewegungen einer Person zugeordnet werden können, sind es personenbezogene Daten. Für viele Zwecke genügen Summen.