Start
/
Lexikon
/
Programm, Workshops & Kapazität
/
Tag der offenen Tür

Tag der offenen Tür

Jan-Philipp Koch
·
October 20, 2026
October 20, 2026

Ein Tag der offenen Tür ist eine Veranstaltung, an der ein Unternehmen, eine Behörde, eine Schule oder eine Hochschule ihre Räume für die Öffentlichkeit öffnet. Besucherinnen und Besucher sehen Arbeitsplätze, Labore oder Werkstätten, nehmen an Führungen teil und sprechen mit den Menschen, die dort arbeiten oder lernen.

Führung mit einer Besuchergruppe in einer Werkhalle

Was einen Tag der offenen Tür ausmacht

Unsere Einordnung: Beim Tag der offenen Tür kommt das Publikum zum Gastgeber, nicht umgekehrt. Ein Unternehmen zeigt seine Produktion, eine Behörde ihre Arbeit, eine Schule ihren Unterricht. Der Tag richtet sich meist an ein breites Publikum, also an Nachbarn, Familien, mögliche Bewerberinnen und Bewerber oder künftige Studierende. Die Hochschulvariante mit Vorlesungen und Studienberatung beschreibt der Eintrag Hochschulinformationstag. Hier geht es um das Format allgemein.

Wie groß ein Tag der offenen Tür werden kann

Das bekannteste Beispiel in Deutschland ist der Tag der offenen Tür der Bundesregierung. Nach Angaben der Bundesregierung verzeichneten Kanzleramt, Bundesministerien und Bundespresseamt im Juni 2026 an einem Wochenende trotz großer Hitze und einzelner Unwetter mehr als 80.000 Besuche. Gezählt werden Besuche, nicht Personen.

Unsere Einordnung: Wer drei Häuser besucht, dürfte dreimal in die Zahl eingehen. Für die eigene Planung ist dieser Unterschied wichtig. Wer Personal, Verpflegung und Führungen plant, braucht die Zahl der Menschen auf dem Gelände und die Zahl je Station. Eine Anmeldung je Führung liefert die zweite Zahl, ein Zähler am Eingang die erste.

Was die Forschung über Besuche vor Ort sagt

Dass der Eindruck vor Ort Entscheidungen beeinflusst, zeigt eine viel zitierte Studie von Uri Simonsohn im Economic Journal (2010). Er hat die Einschreibeentscheidungen von 1.284 Studieninteressierten ausgewertet, die eine für ihr Studienangebot bekannte, für ihre Freizeitangebote eher schwache Hochschule besucht hatten. Lag die Bewölkung am Besuchstag um eine Standardabweichung höher, stieg die Wahrscheinlichkeit einer Einschreibung um 9 Prozentpunkte. Simonsohn deutet das als Projektionsfehler: Die Stimmung des Tages wird auf eine Entscheidung für Jahre übertragen.

Unsere Einordnung: Das Wetter kann niemand planen, aber alles andere am Besuchstag schon. Wartezeiten, eine überfüllte Führung oder ein fehlender Ansprechpartner prägen den Eindruck genauso wie das Wetter. Das spricht dafür, beliebte Stationen mit begrenzten Plätzen und festen Zeiten anzubieten, statt alle Gäste gleichzeitig durch dieselbe Halle zu schicken.

Sind Besucher unfallversichert?

Nicht automatisch. Das Bundessozialgericht hat am 31. März 2022 (B 2 U 13/20 R) entschieden, dass eine Bewerberin, die bei einer Unternehmensbesichtigung stürzte, einen Arbeitsunfall erlitten hatte. Grundlage war laut der Zusammenfassung des DGB die Satzung der Berufsgenossenschaft Holz und Metall, die Teilnehmende an Unternehmensbesichtigungen ausdrücklich versichert. Einen allgemeinen gesetzlichen Schutz für Besucher gibt es danach nicht, und die Satzungen anderer Unfallversicherungsträger können anders lauten.

Unsere Einordnung: Wer einen Tag der offenen Tür ausrichtet, fragt vorher bei der eigenen Berufsgenossenschaft nach und prüft die eigene Haftpflicht- und Veranstaltungsversicherung. Bei großem Andrang gehören auch Fluchtwege und Besucherlenkung in die Planung, ab einer bestimmten Größe gelten die Regeln für Versammlungsstätten.

Fotos am Tag der offenen Tür

Nach Paragraf 23 Absatz 1 Nummer 3 des Kunsturhebergesetzes dürfen Bilder von Versammlungen, Aufzügen und ähnlichen Vorgängen, an denen die abgebildeten Personen teilgenommen haben, ohne Einwilligung verbreitet werden. Unsere Einordnung: Ob und wie diese Regel neben der Datenschutz-Grundverordnung anwendbar ist, wird unterschiedlich beurteilt. Ein Hinweis am Eingang und auf der Anmeldeseite, dass fotografiert wird, ist deshalb das Mindeste. Nahaufnahmen einzelner Personen, vor allem von Kindern, brauchen eine Einwilligung. Mehr dazu steht im Beitrag zu Fotos und Videos auf Veranstaltungen.

In der Praxis mit FairUp
In FairUp legen Sie den Tag der offenen Tür als Veranstaltung an. Führungen und Workshops mit begrenzten Plätzen werden eigene Veranstaltungen mit Teilnehmerbegrenzung und Warteliste, am Treffpunkt hält der Check-in per QR-Code fest, wer da war. Der Termin erscheint in Ihrem Veranstaltungskalender, den Sie auf der eigenen Website einbetten, und nach dem Tag läuft auf Wunsch automatisch eine Umfrage. Das Event selbst ist in sechs Klicks plus Namen angelegt.

Häufige Fragen

Was ist ein Tag der offenen Tür?

Eine Veranstaltung, an der ein Unternehmen, eine Behörde, eine Schule oder eine Hochschule ihre Räume für die Öffentlichkeit öffnet, mit Führungen, Vorführungen und Gesprächen.

Sind Besucher eines Tags der offenen Tür unfallversichert?

Nicht automatisch. Das Bundessozialgericht hat 2022 (B 2 U 13/20 R) einen Unfall bei einer Unternehmensbesichtigung anerkannt, weil die Satzung der zuständigen Berufsgenossenschaft Besucher versicherte. Ob das gilt, hängt von der Satzung des eigenen Unfallversicherungsträgers ab.

Braucht ein Tag der offenen Tür eine Anmeldung?

Für den offenen Besuch meist nicht. Für Führungen, Labore oder Workshops mit begrenzten Plätzen lohnt sich eine Anmeldung je Termin, weil sie Wartezeiten vermeidet und die Zahl für Personal und Verpflegung liefert.

Sie können das direkt ausprobieren

Der kostenlose Plan von FairUp deckt bis zu fünf gleichzeitige Veranstaltungen mit je 150 Teilnehmenden ab: Eventseite, Anmeldung, Teilnehmerverwaltung und Check-in per QR-Code. Vollständig mit Ihrem eigenen Branding, auf Servern in Deutschland, ohne Kreditkarte.

Kostenlos starten

Dauerhaft kostenlos. Ticketverkauf, Standvergabe und Ausstellerabrechnung gehören in die kostenpflichtigen Pakete.