Business Events
Konferenzen, Networking Events und weitere Veranstaltungsformate flexibel organisieren.
Karriereevents und Hochschulen
Karrieremessen und Firmenkontaktmessen zentral planen und durchführen.
Messen und Ausstellungen
Komplexe Veranstaltungen mit Ausstellern, Partnern und Teilnehmenden steuern.
Ein Recruiting-Event ist eine Veranstaltung, deren Zweck das Kennenlernen von Arbeitgebern und möglichen Bewerbern ist. Der Begriff reicht von der Karrieremesse mit hundert Ausstellern bis zum Abend mit zwanzig handverlesenen Gästen.

Drei Gruppen lassen sich unterscheiden. Messeformate bringen viele Arbeitgeber und viele Interessierte an einem Ort zusammen, also die Karrieremesse, die Firmenkontaktmesse und die Absolventenmesse. Unternehmensformate veranstaltet ein einzelner Arbeitgeber, etwa einen Tag der offenen Tür, einen Fachvortrag oder eine Werksführung. Auswahlformate gehen einen Schritt weiter und enthalten schon ein Stück Auswahl: Kurzgespräche im Minutentakt, Bewerbertage oder gemeinsame Arbeit an einer Aufgabe.
Die Gruppen unterscheiden sich weniger im Aufwand als in der Frage, wer wen auswählt. Auf der Messe wählen die Besucher, im Auswahlformat der Arbeitgeber.
Ob ein Messeauftritt an der Hochschule einem Arbeitgeber nützt, haben Matthias Baum und Rüdiger Kabst für mittelständische Unternehmen untersucht. Ihre Studie Arbeitgebermarkenaufbau durch informelle Hochschul-Personalmarketingmaßnahmen erschien 2011 in der Zeitschrift für Betriebswirtschaft. Verglichen wurden zwei Maßnahmen: die Firmenpräsentation in einer Vorlesung und die Teilnahme an einer hochschulinternen Karrieremesse.
Nach der Zusammenfassung der Autoren tragen beide zum Aufbau der Arbeitgebermarke bei und darüber zur Absicht, sich zu bewerben. Die Präsentation wirkte geringfügig stärker. Vor allem aber verstärken sich beide gegenseitig: Die Karrieremesse entfaltete ihre volle Wirkung erst, wenn weitere Maßnahmen dazukamen. Stichprobe und Einzelwerte stehen im Volltext hinter einer Bezahlschranke, wir geben deshalb nur wieder, was die Zusammenfassung sagt.
Für die Planung heißt das als eigene Einordnung: Ein Stand allein ist für wenig bekannte Arbeitgeber zu wenig. Wer vorher im Hörsaal, im Stellenportal oder mit einem Vortrag sichtbar war, holt aus demselben Messetag mehr heraus. Veranstalter können das unterstützen, indem sie Vorträge und Stellenanzeigen mit der Messe verbinden, siehe Rahmenprogramm.
Hochschulen und ihre Career Services wollen ihren Studierenden den Übergang in den Beruf erleichtern. Messeveranstalter und Verlage betreiben Recruiting-Events als Geschäft und verkaufen Standflächen. Unternehmen nutzen eigene Formate für ihr Employer Branding. Wer ein Event plant, sollte wissen, für welche dieser drei Sichtweisen es gebaut ist, denn die Erfolgsmaßstäbe sind verschieden.
Bewerber wollen konkrete Stellen sehen und mit Menschen sprechen, die die Arbeit kennen. Ein Stand, an dem nur Broschüren liegen, enttäuscht. Arbeitgeber wollen nicht möglichst viele Gespräche, sondern die passenden. Beides lässt sich vorbereiten, wenn Interessen und Profile vorab erfasst werden, siehe Matchmaking und Gesprächstermin.
Der größte Teil der Wirkung entsteht vor dem Veranstaltungstag. Sind die offenen Stellen vorab sichtbar, kommen Besucher mit einem Ziel, siehe Job Wall. Können Termine vorher gebucht werden, fällt das Anstehen am Stand weg. Am Tag selbst zählt, dass Kontakte festgehalten werden, solange das Gespräch frisch ist. Wie das ohne Zettel geht, steht unter Leadscanning.
Die Besucherzahl sagt wenig. Aussagekräftig sind die Zahl der geführten Gespräche, der daraus entstandenen Bewerbungen und am Ende der Einstellungen. Die letzten beiden Werte liegen erst Wochen später vor und nur, wenn jemand nachfragt. Ein Talentpool hält den Kontakt zu Menschen, die heute noch nicht passen.
Lebensläufe und Profile sind personenbezogene Daten. An Arbeitgeber gelangen sie sauber auf zwei Wegen: durch eine ausdrückliche Einwilligung oder dadurch, dass die Person den Kontakt selbst herstellt. Wo Software Profile und Stellen automatisch zusammenführt, kommen eigene Regeln hinzu, siehe KI-Matching.
Arbeitgeber ohne konkrete Stellen im Gepäck. Standpersonal, das zu Fachfragen nichts sagen kann. Ein Termin mitten in der Prüfungsphase. Kontakte, die auf Papier gesammelt und nie nachverfolgt werden. Und eine Erfolgsmeldung, die sich nur auf die Besucherzahl stützt.
Was ist ein Recruiting-Event?
Eine Veranstaltung, auf der Arbeitgeber und mögliche Bewerber sich kennenlernen, von der Karrieremesse bis zum kleinen Auswahlformat.
Welche Formate gibt es?
Messeformate mit vielen Arbeitgebern, Formate eines einzelnen Unternehmens und Auswahlformate mit Kurzgesprächen oder gemeinsamen Aufgaben.
Woran misst man den Erfolg?
An geführten Gesprächen, daraus entstandenen Bewerbungen und Einstellungen, nicht an der Besucherzahl allein.
Wie kommen Bewerberdaten zum Arbeitgeber?
Über eine ausdrückliche Einwilligung oder dadurch, dass die Person den Kontakt selbst herstellt.