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Webinar

Webinar

Jan-Philipp Koch
·
October 20, 2026
October 20, 2026

Ein Webinar ist ein Seminar, Vortrag oder eine Schulung, die live über das Internet übertragen wird. Die Teilnehmenden sitzen an ihren eigenen Geräten, sehen und hören die Referierenden und können meist über Chat, Fragen oder Umfragen mitwirken. Viele Webinare werden aufgezeichnet und später zum Abruf angeboten.

Referent präsentiert an einem Laptop in einem Online-Seminar

Was ein Webinar ist

Unsere Einordnung: Das Wort verbindet Web und Seminar. Im Unterschied zum hybriden Event gibt es kein Publikum im Raum, alle Teilnehmenden sind online. Im Unterschied zur Videokonferenz ist die Rollenverteilung klar: Wenige sprechen, viele hören zu und beteiligen sich über Chat, Fragen oder Umfragen. Typische Längen liegen zwischen 30 und 90 Minuten. Webinare dienen der Weiterbildung, der Information von Mitgliedern und Bürgern oder dem Marketing, wo sie vor allem neue Kontakte bringen sollen.

Wie viele Angemeldete teilnehmen

Belastbare unabhängige Zahlen gibt es kaum. Die meistzitierten stammen von Plattformanbietern selbst. Der Anbieter ON24 hat laut einer Zusammenfassung von MarketingProfs Millionen Datenpunkte seiner Plattform aus dem Jahr 2024 ausgewertet. Danach wurden im Schnitt 57 Prozent der Anmeldungen zu B2B-Webinaren zu Teilnehmenden. Von diesen sahen 56 Prozent live zu, 45 Prozent später als Aufzeichnung und 1 Prozent beides.

Unsere Einordnung: Das sind Anbieterdaten mit eigener Zählweise, sie gelten nicht für jedes Webinar. Die Richtung ist aber eindeutig: Rund vier von zehn Angemeldeten kommen nicht, und fast die Hälfte der übrigen schaut zeitversetzt. Wer nur die Live-Zahl betrachtet, unterschätzt die Reichweite. Erinnerungen am Vortag und kurz vor Beginn senken die No-Show-Rate, und eine Aufzeichnung fängt die zeitversetzte Hälfte auf.

Was die Forschung zur Videomüdigkeit sagt

Jeremy Bailenson von der Stanford University hat in Technology, Mind, and Behavior (2021) vier mögliche Gründe für die Erschöpfung nach Videokonferenzen beschrieben: übermäßig viel Blickkontakt aus der Nähe, höhere kognitive Last, weil nonverbale Signale schwerer zu senden und zu lesen sind, das ständige Betrachten des eigenen Bildes und die eingeschränkte Bewegungsfreiheit vor der Kamera. Er betont selbst, dass dies begründete Argumente sind, die noch experimentell geprüft werden müssen.

Unsere Einordnung: Für Webinare ergibt sich daraus eine Gestaltungsregel. Teilnehmende müssen nicht mit Kamera dabei sein, und Referierende können die Ansicht des eigenen Bildes ausblenden. Lange Webinare brauchen Pausen. Wer mehr als 90 Minuten Inhalt hat, teilt ihn besser auf mehrere Termine auf.

Datenschutz bei Webinar-Werkzeugen

Viele Webinar-Plattformen sitzen in den USA. Die EU-Kommission hat mit dem Durchführungsbeschluss (EU) 2023/1795 vom 10. Juli 2023 festgestellt, dass die USA für Daten, die an zertifizierte Organisationen nach dem EU-US Data Privacy Framework übermittelt werden, ein angemessenes Schutzniveau bieten. Das Gericht der EU hat die Klage dagegen am 3. September 2025 abgewiesen (T-553/23, Pressemitteilung des Gerichtshofs). Unsere Einordnung: Vor der Wahl eines Werkzeugs lohnt der Blick, ob der Anbieter zertifiziert ist, und ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung gehört dazu.

Wer aufzeichnet, sollte das vorher ankündigen. Nach Paragraf 201 des Strafgesetzbuchs ist es strafbar, das nichtöffentlich gesprochene Wort eines anderen unbefugt aufzunehmen. Unsere Einordnung: Ein Hinweis in der Einladung und zu Beginn, dazu die Möglichkeit, Fragen schriftlich zu stellen, schützt Teilnehmende, die nicht in der Aufzeichnung vorkommen wollen. Wer bezahlte Online-Kurse mit Lernkontrolle anbietet, sollte außerdem das Fernunterrichtsschutzgesetz kennen, das der Eintrag Seminar erklärt.

In der Praxis mit FairUp
FairUp überträgt keinen Stream, die Übertragung läuft über Ihr Webinar-Werkzeug. FairUp übernimmt die Anmeldung mit Teilnehmerbegrenzung und Warteliste, legt den Termin nach der Anmeldung automatisch im Kalender der Teilnehmenden an und erinnert 24 Stunden und eine Stunde vorher. Den Zugangslink verschicken Sie per Rundnachricht an alle Gäste, nach dem Termin läuft auf Wunsch automatisch eine Umfrage. Das Event selbst ist in sechs Klicks plus Namen angelegt.

Häufige Fragen

Was ist ein Webinar?

Ein Seminar, Vortrag oder eine Schulung, die live über das Internet übertragen wird. Wenige Referierende sprechen, die Teilnehmenden beteiligen sich meist über Chat, Fragen oder Umfragen.

Wie viele Angemeldete nehmen an einem Webinar teil?

Nach Plattformdaten des Anbieters ON24 für 2024 wurden im Schnitt 57 Prozent der Anmeldungen zu B2B-Webinaren zu Teilnehmenden, davon sah fast die Hälfte die Aufzeichnung statt der Live-Übertragung.

Darf man ein Webinar aufzeichnen?

Ja, aber nicht heimlich. Die Aufzeichnung sollte in der Einladung und zu Beginn angekündigt werden, weil die unbefugte Aufnahme des nichtöffentlich gesprochenen Wortes nach Paragraf 201 Strafgesetzbuch strafbar ist und Datenschutzrecht gilt.

Sie können das direkt ausprobieren

Der kostenlose Plan von FairUp deckt bis zu fünf gleichzeitige Veranstaltungen mit je 150 Teilnehmenden ab: Eventseite, Anmeldung, Teilnehmerverwaltung und Check-in per QR-Code. Vollständig mit Ihrem eigenen Branding, auf Servern in Deutschland, ohne Kreditkarte.

Kostenlos starten

Dauerhaft kostenlos. Ticketverkauf, Standvergabe und Ausstellerabrechnung gehören in die kostenpflichtigen Pakete.