Roadshow
Eine Roadshow ist eine Veranstaltungsreihe, bei der dasselbe Programm nacheinander an mehreren Orten gezeigt wird. Unternehmen stellen so Produkte vor, Arbeitgeber und Hochschulen werben um Nachwuchs, Unternehmen am Kapitalmarkt präsentieren sich Investoren. Das Format kann in gemieteten Räumen, beim Gastgeber vor Ort oder mit einem eigenen Fahrzeug stattfinden.

Was eine Roadshow ist
Unsere Einordnung: Eine Roadshow ist kein eigenes Programmformat, sondern eine Art, ein Format zu verbreiten. Ein Vortrag mit Produktvorführung, ein Workshop oder ein Recruiting-Abend wird einmal entwickelt und dann an fünf, zehn oder zwanzig Orten wiederholt. Der Gastgeber reist zum Publikum, statt es an einen Ort zu holen. Das senkt die Hürde für die Gäste und erhöht den Aufwand für den Veranstalter.
Unsere Einordnung: Drei Formen begegnen in der Praxis häufig. Die Produkt-Roadshow zeigt Neuheiten bei Händlern, in Hotels oder auf einer eigenen Fläche und ist oft eine Abfolge kleiner Hausmessen oder Kundenevents. Die Recruiting- oder Ausbildungs-Roadshow besucht Schulen, Hochschulen und Städte. Die Investoren-Roadshow vor einem Börsengang oder einer Anleihe ist eine Reihe von Präsentationen und Einzelgesprächen mit Investoren in mehreren Finanzzentren.
Wie verbreitet das Format ist
Eigene Zahlen zu Roadshows gibt es in der deutschen Marktforschung nicht. Das Meeting- und EventBarometer 2025/2026 zählt aber Produktpräsentationen: 45 Prozent der befragten Veranstalter führten 2025 solche Veranstaltungen durch, nach 40 Prozent im Vorjahr. Kunden-Events nannten 49 Prozent. Die Studie misst, wie viele Veranstalter ein Format anbieten, nicht wie viele Veranstaltungen es gibt.
Unsere Einordnung: Viele Roadshows sind in diesen Zahlen enthalten, ohne dass sie so heißen. Für die Planung entscheidend ist, dass jede Station eine eigene Veranstaltung mit eigenem Ort, eigener Gästeliste und eigener Kapazität ist.
Roadshow im öffentlichen Raum: Sondernutzung
Wer mit einem Fahrzeug, einem Stand oder Promotern auf öffentliche Straßen und Plätze geht, nutzt sie über den Gemeingebrauch hinaus. Für Bundesstraßen sagt Paragraf 8 des Bundesfernstraßengesetzes, dass eine solche Sondernutzung eine Erlaubnis braucht, in Ortsdurchfahrten die der Gemeinde. Für Gemeindestraßen gelten die Straßengesetze der Länder und die Satzungen der Kommunen.
Wie das konkret aussieht, zeigt die Landeshauptstadt München für Werbefahrten. Eine Erlaubnis ist nötig, wenn die Werbung der alleinige oder überwiegende Zweck der Fahrt ist. Voraussetzungen sind unter anderem, dass die Werbung nicht beleuchtet ist, keine Lautsprecher laufen, neben der Fahrt keine Promoter eingesetzt oder Flyer verteilt werden und das Fahrzeug nicht auf öffentlichem Grund abgestellt wird. Die Bearbeitung dauert in der Regel zwei Wochen, die Sondernutzungsgebühr beträgt 100 Euro je Fahrzeug und Tag, dazu mindestens 30 Euro Verwaltungsgebühr.
Unsere Einordnung: Eine Roadshow mit Aktionsfläche, Promotern oder Verteilaktion fällt damit nicht unter die einfache Werbefahrt und braucht eine eigene Erlaubnis. Weil jede Stadt eigene Regeln hat, gehört die Genehmigung je Station früh in den Zeitplan. Finden die Stationen in Hallen oder Sälen statt, gelten dort die Regeln für Versammlungsstätten des jeweiligen Landes.
Was eine Roadshow gelingen lässt
Unsere Einordnung aus der Praxis: Das Programm bleibt überall gleich, die Einladungen nicht. Jede Station braucht eine eigene Gästeliste aus der Region, eine eigene Anmeldeseite und eine eigene Höchstzahl, weil Räume unterschiedlich groß sind. Eine Übersicht aller Termine an einer Stelle hilft Gästen, die nächstgelegene Station zu finden. Und weil sich Fehler über zwanzig Stationen vervielfachen, lohnt es sich, die erste Station als Vorlage sauber aufzusetzen und die übrigen davon abzuleiten.
Häufige Fragen
Was ist eine Roadshow?
Eine Veranstaltungsreihe, bei der dasselbe Programm nacheinander an mehreren Orten stattfindet, etwa zur Produktvorstellung, zur Nachwuchswerbung oder zur Präsentation vor Investoren.
Braucht eine Roadshow eine Genehmigung?
Wer öffentliche Straßen oder Plätze über den Gemeingebrauch hinaus nutzt, braucht eine Sondernutzungserlaubnis der Kommune. In München etwa kostet eine Werbefahrt 100 Euro je Fahrzeug und Tag, Promoter und Flyer sind davon nicht erfasst.
Wie plant man viele Stationen einer Roadshow?
Am besten als eigene Veranstaltungen mit eigener Anmeldung, Höchstzahl und Gästeliste je Station, abgeleitet aus einer sauber aufgesetzten ersten Station, und mit einer gemeinsamen Terminübersicht für die Gäste.