Business Events
Konferenzen, Networking Events und weitere Veranstaltungsformate flexibel organisieren.
Karriereevents und Hochschulen
Karrieremessen und Firmenkontaktmessen zentral planen und durchführen.
Messen und Ausstellungen
Komplexe Veranstaltungen mit Ausstellern, Partnern und Teilnehmenden steuern.
Networking-Formate sind geplante Abläufe, die Menschen auf einer Veranstaltung gezielt miteinander ins Gespräch bringen. Sie ersetzen die Hoffnung, dass sich die Richtigen in der Kaffeepause zufällig finden.

In einer freien Pause sprechen Menschen mit denen, die sie schon kennen. Das ist nicht nur ein Eindruck, es ist gemessen worden. Paul Ingram und Michael Morris von der Columbia University statteten rund hundert Geschäftsleute bei einem Empfang mit elektronischen Namensschildern aus, die jede Begegnung aufzeichneten. Vor dem Abend gab die große Mehrheit an, neue Leute kennenlernen zu wollen. Tatsächlich trafen die Gäste mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit auf ihre bisherigen Bekannten. Die Studie erschien 2007 in der Zeitschrift Administrative Science Quarterly unter dem Titel Do People Mix at Mixers?
Ein zweiter Befund derselben Studie ist weniger bekannt: Die Gäste mischten sich durchaus mit Menschen anderen Geschlechts, anderer Ausbildung und anderer Tätigkeit. Das Hindernis war also nicht die Unterschiedlichkeit, sondern die Bekanntschaft. Die Studie beruht auf einem einzigen Abend mit rund hundert Personen und ist kein Gesetz. Sie stützt aber, was Veranstalter beobachten: Networking als erklärtes Ziel braucht eine Form, die das Ansprechen Fremder erleichtert und die Auswahl nicht dem Zufall überlässt.
Fünf Formen kommen immer wieder vor. Beim Speed-Networking wechseln die Gesprächspartner in festem Takt, meist nach wenigen Minuten. Thementische bündeln Menschen mit demselben Anliegen an einem Ort. Vorab gebuchte Einzeltermine legen Partner und Zeit schon vor der Veranstaltung fest, siehe Gesprächstermin. Vorschläge aus dem Matchmaking nennen jeder Person, wen sie treffen sollte, siehe Matchmaking. Und der Empfang mit Anlass gibt dem offenen Gespräch einen Rahmen, etwa durch eine kurze Vorstellung der Anwesenden.
Gemeinsam ist den ersten vier, dass sie genau das tun, was der freie Empfang nach dem Befund von Ingram und Morris nicht leistet: Sie nehmen den Gästen die Wahl des Gegenübers ganz oder teilweise ab. Das ist unsere Einordnung, die Studie selbst hat keine Formate verglichen.
Die Wahl hängt an zwei Fragen: Kennen die Gäste ihr Ziel schon, und wie viele sind es? Wer weiß, wen er sprechen will, braucht Termine und keine Zufallsbegegnungen. Wer offen ist, profitiert vom Takt des Speed-Networkings. Bei kleinen Gruppen genügt ein gut moderierter Tisch, bei großen wird ohne Vorschläge und Terminbuchung nichts daraus.
Jedes Format lebt von Angaben, die bei der Anmeldung erhoben werden: Tätigkeit, Interessen und was jemand sucht oder anbietet. Wenige Felder mit vorgegebenen Antworten reichen, siehe Anmeldeformular. Dazu kommen ein Raum, in dem man sich versteht, ein fester Platz in der Agenda und eine Person, die den Ablauf führt. Networking, das nur als Wort im Programm steht, findet nicht statt.
Ein gutes Gespräch ohne Kontaktdaten ist verloren. Der Austausch sollte deshalb so einfach sein wie ein Scan, siehe Leadscanning, und der erste Kontakt danach ohne Umweg möglich, siehe Event-Chat. Was in den Tagen darauf geschieht, beschreibt der Eintrag Nachfassen.
Sich darauf verlassen, dass Gäste von selbst auf Fremde zugehen. Speed-Networking in einem Raum, in dem man sein Gegenüber nicht versteht. Thementische ohne jemanden, der das Gespräch eröffnet. Vorschläge, die nur auf der Branche beruhen und deshalb beliebig wirken. Und ein Format, das in die letzte halbe Stunde gelegt wird, wenn die Hälfte schon zum Zug muss.
Was sind Networking-Formate?
Geplante Abläufe, die Gäste gezielt miteinander ins Gespräch bringen, etwa Speed-Networking, Thementische oder vorab gebuchte Einzeltermine.
Welches Format passt zu welcher Veranstaltung?
Wer sein Ziel kennt, braucht Termine. Wer offen ist, profitiert von getakteten Wechseln. Große Gruppen brauchen Vorschläge und Terminbuchung.
Was muss vorher abgefragt werden?
Tätigkeit, Interessen und was jemand sucht oder anbietet, mit wenigen Feldern und vorgegebenen Antworten.
Warum scheitert Networking oft?
Weil es nur als Wort im Programm steht, ohne Raum, festen Zeitpunkt und eine Person, die den Ablauf führt.