Der gedruckte Messekatalog hat einen Redaktionsschluss, und dieser Redaktionsschluss liegt Wochen vor der Messe. Alles, was danach passiert, steht nicht darin: der Aussteller, der noch dazukommt, die vertauschte Standnummer, die Absage in Halle 2. Ein digitaler Messekatalog löst dieses Problem nicht durch bessere Technik, sondern dadurch, dass die Aussteller ihre Angaben selbst pflegen. Wie Sie einen solchen Katalog aufbauen, welche Daten hineingehören und was rechtlich zu beachten ist.

Definition: Ein digitaler Messekatalog ist ein online durchsuchbares Verzeichnis von Ausstellern, Angeboten, Ansprechpartnern und Programmpunkten. Anders als ein PDF wird er aus strukturierten Daten erzeugt, kann laufend aktualisiert und nach Branchen, Themen, Standorten oder Zielgruppen gefiltert werden.
Ein digitaler Messekatalog ist das Online-Verzeichnis aller Aussteller einer Veranstaltung. Er enthält je Aussteller ein Profil mit Firmenname, Logo, Beschreibung, Standnummer, Angebotskategorien und Ansprechpartnern. Besucher können darin suchen und filtern, statt zu blättern.
Wichtiger als diese Definition ist die Abgrenzung, weil drei Dinge ständig verwechselt werden. Eine Event-App ist eine installierte Anwendung, die einen Katalog enthalten kann, aber zusätzlich eine Installationshürde aufbaut. Eine virtuelle Messe bildet die Veranstaltung selbst online ab, mit Videostreams und digitalen Ständen. Ein digitaler Messekatalog dagegen ist ein Verzeichnis zu einer Präsenzveranstaltung, erreichbar über den Browser, ohne Installation.
Diese Unterscheidung entscheidet über die Anforderungen. Wer einen Katalog sucht, braucht keine dreidimensionale Halle. Er braucht ein Verzeichnis, das am Messetag auf dem Telefon funktioniert und das am Vortag noch stimmt.
| Variante | Stärke | Grenze | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| PDF-Katalog | Einfach zu versenden und zu archivieren | Nach Veröffentlichung statisch, schwach durchsuchbar, mobil oft umständlich | Kleine Events mit früh feststehenden Daten |
| Web-Verzeichnis | Ohne Installation erreichbar, such- und filterbar, laufend aktualisierbar | Braucht klare Datenpflege und gute mobile Darstellung | Fach- und Karrieremessen mit wechselnden Profilen |
| Event-App | Katalog, Agenda, Push und Networking in einer Oberfläche | Downloadhürde, Pflege- und Datenschutzaufwand | Mehrtägige Events mit hoher Wiederkehrrate |
Entscheidungsregel: Wenn Aktualität und Auffindbarkeit wichtiger sind als Offline-Nutzung, sollte ein Web-Verzeichnis die führende Quelle sein. PDF und App können daraus abgeleitet werden, sollten aber nicht als getrennte Datenbestände gepflegt werden.
Praxisbeispiel: Ein Aussteller ändert zwei Tage vor der Messe seine Standnummer. In einem zentral gepflegten System erscheint die Änderung nach Freigabe im Web-Katalog, in der Suche und im persönlichen Terminplan. Bei getrennten Dateien muss das Team mehrere Veröffentlichungen manuell abgleichen. Die reine Begriffsklärung steht im Lexikon unter Digitaler Messekatalog, dieser Beitrag beschreibt die Umsetzung.
Das Problem des gedruckten Katalogs ist nicht der Druck, sondern die Frist davor. Zwischen Redaktionsschluss und Messetag liegen typischerweise mehrere Wochen, und in diesen Wochen ändert sich genau das, was Besucher brauchen: Standnummern nach der letzten Umplanung, Nachrücker von der Warteliste, kurzfristige Absagen.
Dazu kommt die Korrekturschleife. Jede Änderung an einem Profil läuft über eine Person im Veranstaltungsteam, die eine Mail liest, den Text in eine Vorlage überträgt und die Fahne erneut freigeben lässt. Bei hundert Ausstellern mit je einer Korrektur sind das hundert Vorgänge, die alle in dieselbe Woche fallen.
Der digitale Katalog verschiebt diese Arbeit dorthin, wo die Information entsteht. Der Aussteller ändert seine Standbeschreibung selbst, und der Katalog ist eine Minute später aktuell. Das Veranstaltungsteam prüft nur noch, statt zu übertragen.
Ein brauchbares Profil besteht aus vier Gruppen von Angaben. Die Identität umfasst Firmenname, Logo und eine Beschreibung von zwei bis vier Sätzen. Die Verortung besteht aus Standnummer und Halle, und sie ist die einzige Angabe, die der Veranstalter setzt und nicht der Aussteller. Die Einordnung weist das Unternehmen einer oder mehreren Angebotskategorien zu, nach denen Besucher später filtern. Und der Kontakt nennt eine Person oder eine Funktionsadresse.
Die Einordnung wird am häufigsten unterschätzt. Sie ist das, was aus einer alphabetischen Liste ein durchsuchbares Verzeichnis macht. Entscheidend ist, dass die Kategorien vom Veranstalter vorgegeben und nicht frei eingetippt werden. Sonst stehen am Ende Maschinenbau, Maschinen- und Anlagenbau sowie Anlagenbau nebeneinander, und kein Filter greift mehr.
Optional kommen Downloads, Videos und bei Karriereveranstaltungen die offenen Stellen hinzu. Wer das anbietet, sollte je Feld begründen können, wer es liest. Ein Feld, das niemand ausfüllt, kostet den Aussteller Zeit und den Katalog Vollständigkeit.
Der eigentliche Gewinn liegt nicht im Katalog, sondern in der gemeinsamen Datenquelle. Wenn der Aussteller sein Profil in einem Ausstellerportal pflegt, speist dieselbe Eingabe den Katalog, den Hallenplan, die Ausstellerliste auf der Website und die Ausweise. Ohne diese Kopplung pflegt jemand dieselbe Firmenbeschreibung viermal.
Praktisch läuft der Weg in drei Schritten. Der Aussteller erhält nach der Buchung einen Zugang und trägt seine Angaben ein. Das Veranstaltungsteam sieht eine Statusübersicht, wer vollständig ist und wo etwas fehlt, und gibt frei. Erst nach der Freigabe erscheint das Profil öffentlich.
Diese Freigabestufe ist wichtiger, als sie klingt. Sie verhindert, dass ein halb ausgefülltes Profil oder ein Logo in unbrauchbarer Auflösung öffentlich sichtbar wird, und sie gibt dem Veranstalter die Kontrolle darüber, wann der Katalog online geht. Wie sich der übrige Ausstellerbetrieb darum herum organisiert, steht im Überblick zur Messesoftware für Aussteller.
Ein Katalog, der neben dem Hallenplan steht, ist ein halber Katalog. Brauchbar wird er, wenn beide verbunden sind: Aus dem Profil führt ein Klick auf die Standposition, und aus dem Plan führt ein Klick zurück ins Profil. Besucher planen ihren Weg dann entlang der Aussteller, die sie interessieren, statt entlang der Hallenstruktur.
Bei Karriere- und Ausbildungsmessen kommt die Stellenliste hinzu. Werden die offenen Stellen im selben Portal gepflegt, erscheinen sie sowohl im Ausstellerprofil als auch in einer übergreifenden Jobübersicht, ohne dass jemand sie doppelt einträgt. Für Hochschulen ist das oft der Punkt, an dem sich ein Portal überhaupt rechnet.
Dasselbe gilt für das Programm. Ein Vortrag, der einem Aussteller zugeordnet ist, gehört in beide Richtungen verlinkt. Wer das trennt, zwingt Besucher, zwischen zwei Listen zu vergleichen.
Fast jeder Veranstalter hat bereits eine Website, und der Katalog soll dort erscheinen und nicht auf einer fremden Domain. Dafür gibt es zwei brauchbare Wege. Die Einbettung holt den Katalog per iFrame in eine bestehende Seite. Das ist schnell eingerichtet, hat aber zwei Nachteile: Suchmaschinen bewerten eingebettete Inhalte schlechter, und die Barrierefreiheit hängt am eingebetteten System, nicht an Ihrer Seite.
Der zweite Weg ist eine eigene Subdomain im Design der Veranstaltung, etwa katalog.ihre-messe.de. Der Katalog ist dann eigenständig indexierbar, was ihn über die Suche auffindbar macht, und er trägt trotzdem Ihr Branding. Für wiederkehrende Messen ist das in aller Regel die bessere Wahl, weil die Ausstellerprofile über Jahre Sichtbarkeit aufbauen.
Ein digitaler Katalog gehört zur digitalen Ebene der Barrierefreiheit bei Veranstaltungen, und die wird regelmäßig übersehen, weil man bei Barrierefreiheit zuerst an Rampen denkt. Welches Regelwerk greift, hängt am Träger: Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz richtet sich seit Juni 2025 an Anbieter bestimmter Verbraucherleistungen, darunter Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr, während öffentliche Stellen des Bundes der BITV 2.0 und Länder und Kommunen dem jeweiligen Landesrecht unterliegen. Die Einordnung gehört vor die Beschaffung, nicht danach.
Als prüfbarer Maßstab dienen in allen drei Fällen die WCAG-Kriterien beziehungsweise die EN 301 549; welche Fassung und Stufe verbindlich ist, ergibt sich aus dem Rechts- oder Vergabekontext. Für einen Katalog heißt das vor allem: ausreichender Kontrast, auch bei den grauen Standnummern unter dem Firmennamen; eine Filterfunktion, die sich mit der Tastatur bedienen lässt; und Alternativtexte für die Ausstellerlogos. Der letzte Punkt betrifft Daten, die der Aussteller liefert, also gehört das Feld für den Alternativtext ins Portal und nicht in die Nachbearbeitung.
Eine Lösung, die eine App-Installation verlangt, ist an dieser Stelle ein Ausschlusskriterium. Sie schließt Menschen mit älteren Geräten, knappem Speicher und begrenztem Datenvolumen aus, und bei Ausbildungsmessen trifft das ausgerechnet den Teil des Publikums, den man erreichen will.
Firmenname, Logo und Standnummer sind Unternehmensdaten und datenschutzrechtlich unproblematisch. Sobald aber eine namentlich genannte Ansprechpartnerin mit Foto und Durchwahl im Katalog steht, verarbeiten Sie personenbezogene Daten einer Person, die selbst keinen Vertrag mit Ihnen geschlossen hat.
Die saubere Lösung besteht aus zwei Teilen. Erstens brauchen Sie eine Rechtsgrundlage nach Artikel 6 DSGVO. Zweitens muss der Aussteller wissen, dass er für die Angaben seiner Beschäftigten verantwortlich bleibt, und das gehört in die Ausstellerbedingungen. Wo eine Einwilligung nötig ist, holt sie der Aussteller ein, nicht Sie. Praktikabler ist ohnehin die Funktionsadresse: messe@firma.de statt einer persönlichen Durchwahl.
Der Zeitpunkt ist der zweite oft übersehene Punkt. Viele Veranstalter schalten den Katalog vollständig frei, sobald das erste Profil fertig ist. Sinnvoller ist eine gestufte Veröffentlichung: die Ausstellerliste früh, die Kontaktdaten erst kurz vor der Messe. Den rechtlichen Rahmen dazu beschreibt der Leitfaden zum DSGVO-konformen Eventmanagement. Dieser Abschnitt gibt einen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.
Hier trennen sich brauchbare und unbrauchbare Lösungen. Ein Katalog, der nach der Messe verschwindet, wirft die aufgebaute Sichtbarkeit weg. Einer, der unverändert stehen bleibt, zeigt zwei Jahre später noch die Standnummer einer Veranstaltung, die es so nicht mehr gibt.
Sinnvoll ist ein dritter Weg: Der Katalog bleibt erreichbar, wird aber sichtbar als Archiv gekennzeichnet und verliert die zeitgebundenen Angaben. Standnummern und Terminbuchungen verschwinden, Firmenprofil und Kategorien bleiben. Personenbezogene Kontaktdaten werden nach der festgelegten Löschfrist entfernt.
Für die nächste Ausgabe hat das einen praktischen Nebeneffekt. Wiederkehrende Aussteller finden ihr Vorjahresprofil vor und müssen es nur prüfen statt neu anzulegen, was die Rücklaufquote im Portal deutlich erhöht.
Wie der Katalog in den übrigen Ausstellerbetrieb eingebettet ist, von der Standbuchung bis zur Abrechnung, beschreibt Messesoftware für Aussteller.
Sieben Fragen trennen in der Praxis die Anbieter voneinander. Sie lassen sich alle mit Ja oder Nein beantworten, was sie für eine Vergabeunterlage brauchbar macht.
Was auf dieser Liste bewusst fehlt, ist die Zahl der Funktionen. Ein Katalog mit zwanzig Feldern, von denen die Hälfte leer bleibt, ist schlechter als einer mit acht gepflegten. Welche Pakete FairUp für Messeformate vorsieht, steht auf der Preisseite.
Die folgende Rechnung beruht auf Annahmen und nicht auf einer Erhebung. Sie soll die Größenordnung zeigen, nicht einen Wert belegen.
Angenommen, hundert Aussteller liefern je zwölf Angaben. Ohne Portal werden diese 1.200 Datenpunkte mindestens einmal von Hand übertragen. Rechnet man zwei Minuten je Datenpunkt einschließlich Rückfragen, ergibt das rund vierzig Arbeitsstunden, verteilt auf wenige Wochen vor der Messe. Kommt je Aussteller eine Korrektur hinzu, wachsen die Vorgänge, nicht die Datenpunkte, und genau diese Vorgänge fallen in die ohnehin dichteste Phase.
Mit Portal verschiebt sich der Aufwand vom Übertragen zum Prüfen. Die Zahl der Datenpunkte bleibt gleich, aber sie entstehen dort, wo die Information zu Hause ist. Ob sich das rechnet, hängt weniger an der Ausstellerzahl als an der Zahl der Angaben je Aussteller und daran, ob sich die Veranstaltung wiederholt.
Wie belastbar der Ertrag am Ende war, zeigt erst die Erfolgskontrolle nach der Messe. Geprüft werden sollte dabei auch, wie viele Profile überhaupt vollständig waren, denn diese Quote sagt mehr über den Katalog aus als jede Funktionsliste.
Das hängt am Lizenzmodell. Bei Lösungen, die den Katalog als Teil einer Messeplattform enthalten, entstehen keine gesonderten Kosten je Ausstellerprofil. Achten Sie auf Gebühren pro Aussteller, weil die Summe dann erst nach der Anmeldephase feststeht und sich für eine Haushaltsposition schlecht planen lässt.
Nein, und sie sollten auch keine brauchen. Ein Katalog gehört in den Browser. Eine Installationspflicht senkt die Nutzung und schließt Menschen mit älteren Geräten oder knappem Datenvolumen aus.
Das ist der Kern der Sache. Ohne Selbstpflege bleibt der digitale Katalog ein gedruckter Katalog auf einem Bildschirm. Sinnvoll ist Selbstpflege mit Freigabe durch den Veranstalter, damit unvollständige Profile nicht öffentlich sichtbar werden.
Ja, per iFrame. Für wiederkehrende Messen ist eine eigene Subdomain im Veranstaltungsdesign aber meist besser, weil die Profile dann eigenständig über Suchmaschinen auffindbar sind und die Barrierefreiheit an Ihrer eigenen Seite hängt.
Empfehlenswert ist ein Archivmodus: Firmenprofil und Kategorien bleiben erreichbar, zeitgebundene Angaben wie Standnummer und Terminbuchung verschwinden, personenbezogene Kontaktdaten werden nach der festgelegten Löschfrist entfernt.
Standvergabe, Ausstellerportal, Abrechnung und Messekatalog gehören zu den kostenpflichtigen Paketen. In einer Demo gehen wir den Ablauf an einem echten Standpaket oder an Ihrem eigenen Veranstaltungsformat durch, nicht an einem Beispiel.
Demo mit eigenem Fall buchenZwanzig Minuten, unverbindlich. Was ohne Kosten möglich ist, steht auf der Preisseite.