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Nomenklatur

Nomenklatur

Jan-Philipp Koch
·
September 2, 2026
September 2, 2026

Die Nomenklatur ist das geordnete Verzeichnis der Angebotsbereiche einer Messe. Aussteller ordnen sich darin ein, Besucher suchen darüber, und die Hallenplanung greift darauf zurück. Sie ist damit weniger eine Katalogfrage als die gemeinsame Sprache, in der eine Veranstaltung über ihr eigenes Angebot spricht.

Beschriftete Schubladen eines Holzschranks nebeneinander

Wozu eine Messe eine eigene Systematik braucht

Sobald eine Veranstaltung mehr als eine Handvoll Aussteller hat, reicht die Firmenliste nicht mehr. Besucher kommen nicht wegen eines Namens, sondern wegen eines Themas, und sie suchen entsprechend. Die Nomenklatur ist die Struktur, die aus einer alphabetischen Aufzählung ein durchsuchbares Angebot macht.

Sie wirkt an mehreren Stellen gleichzeitig. Im digitalen Messekatalog ist sie der Filter. Im Ausstellerportal ist sie das Feld, in dem sich jedes Unternehmen selbst einordnet. Für die Flächenvergabe im Hallenplan ist sie die Grundlage dafür, verwandte Angebote zusammenzulegen oder Wettbewerber bewusst zu trennen. Und beim Matchmaking ist sie eines der Merkmale, an denen sich überhaupt erst messen lässt, ob zwei Profile zueinander passen.

Wie tief eine Systematik sein sollte

Die häufigste Fehlentscheidung ist zu große Feinheit. Eine Nomenklatur mit mehreren hundert Einträgen fühlt sich gründlich an, führt aber dazu, dass Aussteller sich nicht wiederfinden, irgendetwas anklicken und die Auswertung wertlos wird. Zwei Ebenen tragen in den meisten Fällen: ein überschaubarer Satz von Hauptbereichen, darunter jeweils eine Handvoll Unterpunkte.

Ebenso wichtig ist die Frage, wie viele Einträge ein Aussteller wählen darf. Ohne Begrenzung kreuzt ein Teil der Unternehmen alles an, was entfernt zutrifft, und der Filter verliert seine Trennschärfe. Eine Obergrenze von wenigen Zuordnungen zwingt zur Entscheidung und verbessert die Suche für alle. Bewährt hat sich zusätzlich, eine Hauptzuordnung von Nebenzuordnungen zu unterscheiden, weil die Hauptzuordnung dann für Hallenplanung und Sortierung taugt.

Wer sie pflegt und wer sie freigibt

Die Einordnung machen die Aussteller selbst, alles andere skaliert nicht. Der Veranstalter behält die Freigabe, und zwar aus einem sehr praktischen Grund: Unternehmen ordnen sich gern dort ein, wo sie gefunden werden wollen, nicht dort, wo sie hingehören. Eine kurze Prüfung vor der Veröffentlichung hält die Systematik sauber.

Die Nomenklatur selbst gehört dagegen in die Hand des Veranstalters und sollte nicht mitten in der Anmeldephase wachsen. Wer während der Anmeldung Kategorien ergänzt, hat am Ende Aussteller, die eine passendere Einordnung nie gesehen haben.

Der Preis eines Wechsels

Eine überarbeitete Systematik ist verlockend, kostet aber die Vergleichbarkeit. Sobald sich Zuschnitt oder Benennung der Bereiche ändern, lassen sich die Belegungszahlen zweier Ausgaben nicht mehr nebeneinanderlegen, und jede Aussage über Wachstum in einem Segment steht auf tönernen Füßen. Wer trotzdem umbauen muss, sollte eine Zuordnungstabelle von alt nach neu mitführen und sie aufbewahren.

Das gilt besonders dort, wo die Zahlen nach außen gehen, etwa bei einer Prüfung durch die FKM. Die Systematik ist dann kein internes Ordnungsmittel mehr, sondern die Grundlage einer veröffentlichten Aussage über die Struktur der Veranstaltung.

Häufige Fragen

Wie viele Kategorien sollte eine Nomenklatur haben?

Lieber wenige und klar geschnittene als viele feine. Zwei Ebenen mit einem überschaubaren Satz von Hauptbereichen und je einer Handvoll Unterpunkten reichen für die meisten Veranstaltungen.

Wie viele Einträge darf ein Aussteller wählen?

Begrenzen Sie die Zahl. Ohne Obergrenze kreuzen Unternehmen alles an, was entfernt zutrifft, und der Filter verliert seine Trennschärfe. Eine getrennte Hauptzuordnung hilft zusätzlich bei Sortierung und Hallenplanung.

Sollen Aussteller sich selbst einordnen?

Ja, alles andere skaliert nicht. Der Veranstalter behält aber die Freigabe, weil Unternehmen sich gern dort einordnen, wo sie gefunden werden wollen.

Was spricht gegen eine Umstellung zwischen zwei Ausgaben?

Sie zerstört die Vergleichbarkeit. Belegungszahlen zweier Jahrgänge lassen sich danach nicht mehr nebeneinanderlegen. Wenn es sein muss, führen Sie eine Zuordnungstabelle von alt nach neu mit.

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