Ein digitaler Messekatalog ist das Online-Verzeichnis aller Aussteller einer Veranstaltung, mit Profil, Standnummer und Angebotskategorien. Er ersetzt das gedruckte Heft und ist nur dann besser als dieses, wenn die Aussteller ihre Angaben selbst pflegen.

Nicht das Medium, sondern der Zeitpunkt der letzten Änderung. Ein gedruckter Katalog hat einen Redaktionsschluss, und alles danach fehlt: der Nachrücker von der Warteliste, die getauschte Standnummer, die kurzfristige Absage. Ein digitaler Katalog kennt diese Frist nicht.
Daraus folgt die eigentliche Anforderung. Ein PDF auf der Website ist kein digitaler Messekatalog, sondern ein gedruckter Katalog ohne Papier. Entscheidend ist, dass die Aussteller selbst schreiben können.
Drei Dinge werden regelmäßig verwechselt. Eine Event-App ist eine installierte Anwendung, die einen Katalog enthalten kann, aber eine Installationshürde aufbaut. Eine virtuelle Messe bildet die Veranstaltung selbst online ab. Ein digitaler Messekatalog ist ein Verzeichnis zu einer Präsenzveranstaltung, erreichbar im Browser.
Den Kern bilden vier Angaben je Aussteller: Identität aus Firmenname, Logo und Beschreibung; Verortung aus Halle und Standnummer; Einordnung in vorgegebene Angebotskategorien; und ein Kontakt. Die Einordnung wird am häufigsten unterschätzt, denn sie macht aus einer alphabetischen Liste ein durchsuchbares Verzeichnis.
Wichtig ist, dass die Kategorien der Veranstalter vorgibt. Bei freier Eingabe stehen am Ende drei Schreibweisen desselben Begriffs nebeneinander, und kein Filter greift mehr.
Der Katalog ist keine eigene Datenhaltung, sondern eine Ausspielung. Pflegt der Aussteller sein Profil im Ausstellerportal, speist dieselbe Eingabe den Katalog, den Hallenplan, die Ausstellerliste auf der Website und die Ausweise. Ohne diese Kopplung pflegt jemand dieselbe Firmenbeschreibung mehrfach.
Dazwischen gehört eine Freigabestufe. Sie verhindert, dass halb ausgefüllte Profile oder Logos in unbrauchbarer Auflösung öffentlich sichtbar werden.
Firmenname, Logo und Standnummer sind Unternehmensdaten. Eine namentlich genannte Ansprechpartnerin mit Durchwahl ist es nicht. Wer solche Angaben veröffentlicht, braucht eine Rechtsgrundlage, und der Aussteller bleibt für die Daten seiner Beschäftigten verantwortlich. Praktikabler ist die Funktionsadresse.
Bewährt hat sich eine gestufte Veröffentlichung: die Ausstellerliste früh, weil sie für die Bewerbung zählt, die Kontaktdaten erst kurz vor der Messe.
Den Katalog als PDF auszuspielen nimmt ihm den einzigen Vorteil. Kategorien frei eintippen zu lassen macht die Suche wertlos. Eine App-Pflicht schließt Menschen mit älteren Geräten und knappem Datenvolumen aus und berührt damit die Barrierefreiheit. Und den Katalog nach der Messe abzuschalten wirft die aufgebaute Sichtbarkeit weg, statt ihn als Archiv ohne zeitgebundene Angaben stehen zu lassen. Wie der Aufbau im Einzelnen abläuft, steht im Beitrag zum Erstellen eines digitalen Messekatalogs.
Ist ein PDF ein digitaler Messekatalog?
Nein. Ein PDF hat denselben Redaktionsschluss wie das gedruckte Heft und lässt sich weder filtern noch von Ausstellern selbst pflegen. Es ist ein gedruckter Katalog ohne Papier.
Wer pflegt die Ausstellerprofile?
Die Aussteller selbst, über ein Ausstellerportal, mit Freigabe durch den Veranstalter. Alles andere verlagert die Arbeit zurück ins Veranstaltungsteam.
Brauchen Besucher eine App?
Nein, und sie sollten auch keine brauchen. Ein Katalog gehört in den Browser, weil eine Installationspflicht die Nutzung senkt und Menschen ausschließt.
Was passiert nach der Messe?
Empfehlenswert ist ein Archivmodus. Firmenprofil und Kategorien bleiben erreichbar, Standnummern und Terminbuchungen verschwinden, personenbezogene Kontaktdaten werden nach der Löschfrist entfernt.
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