Science Slam
Ein Science Slam ist ein Wettbewerb der Wissenschaftskommunikation, bei dem Forschende ihre eigene Forschung in einem Kurzvortrag von meist zehn Minuten vorstellen und das Publikum über den Sieg entscheidet. Bewertet werden vor allem Verständlichkeit und Unterhaltung.

Was ein Science Slam ist
Die BTU Cottbus-Senftenberg beschreibt den Science Slam als spezielles Format der Wissenschaftskommunikation, bei dem Forschung einem breiten Publikum zugänglich gemacht wird. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler präsentieren in einem Kurzvortrag ihre Forschungsgebiete und Ergebnisse und konkurrieren um die Gunst des Publikums. Jede Person hat dafür zehn Minuten.
Die üblichen Regeln
Die Regeln unterscheiden sich von Veranstaltung zu Veranstaltung, ähneln sich aber stark. Beim Brandenburger Science Slam treten je Standort bis zu sechs Forschende von möglichst verschiedenen Einrichtungen gegeneinander an. Das Publikum entscheidet mit Punktekarten, die gleichmäßig im Saal verteilt werden und in Gruppen vergeben werden, wobei die gute Verständlichkeit des Vortrags im Vordergrund stehen soll.
Der Aufruf der a.r.t.e.s Graduate School der Universität zu Köln nennt ähnliche Regeln: Alle Forschungsthemen sind willkommen, die Vorträge müssen auf der eigenen Forschung beruhen und sollen nicht länger als zehn Minuten dauern. Erlaubt ist alles von Musik über Live-Experimente bis zu Kostümen, das Publikum ist die Jury, und die Vortragenden werden nicht bezahlt, die Gewinner bekommen einen kleinen Preis.
Warum Hochschulen das Format nutzen
Unsere Einordnung: Ein Science Slam erreicht Menschen, die zu keiner Ringvorlesung kommen würden, und gibt Promovierenden eine Bühne. Für die Hochschule ist er damit ein Instrument des Hochschulmarketings und der Wissenschaftskommunikation zugleich. Viele Slams finden bewusst außerhalb der Hochschule statt, in Kneipen, Kulturzentren oder Theatern, wie der Kölner Slam auf einem Kunstgelände.
Organisation
Unsere Einordnung aus der Praxis: Drei Dinge entscheiden über den Abend. Erstens die Auswahl der Vortragenden, die früh über einen Aufruf beginnt, damit genug Zeit für Probe und Technik bleibt. Zweitens die Moderation, die Zeit und Stimmung hält und das Bewertungsverfahren erklärt. Drittens der Einlass: Science Slams sind oft schnell ausgebucht, deshalb helfen kostenlose Tickets mit Teilnehmerbegrenzung und Warteliste, damit der Saal voll wird, aber nicht überfüllt.
Wer Sponsoren einbindet, etwa Stadtwerke oder regionale Unternehmen, sollte vorher klären, welche Sichtbarkeit sie bekommen. Die Vortragenden stehen im Mittelpunkt, nicht die Logos.
Vorbereitung der Vortragenden
Unsere Einordnung aus der Praxis: Viele Forschende stehen zum ersten Mal mit einem unterhaltsamen Vortrag auf einer Bühne. Ein kurzes Vorbereitungstreffen mit Probelauf, in dem die zehn Minuten einmal gestoppt werden, verhindert die meisten Überziehungen. Hilfreich ist auch eine Rückmeldung von jemandem außerhalb des Fachs, ob die Kernaussage ohne Vorwissen verständlich ist, denn genau danach bewertet das Publikum. Der Kölner Aufruf zeigt außerdem, dass sich das Format längst über die Naturwissenschaften hinaus geöffnet hat: Er richtet sich ausdrücklich an Science und Humanities Slammer.
Häufige Fehler
Zu viele Vortragende für einen Abend, eine Zeitregel, die niemand durchsetzt, und ein Bewertungsverfahren, das erst am Ende erklärt wird, sind die typischen Schwachstellen. Dazu kommt Technik, die vorher nicht mit allen Präsentationen getestet wurde.
Häufige Fragen
Was ist ein Science Slam?
Ein Wettbewerb, bei dem Forschende ihre eigene Forschung in einem Kurzvortrag von meist zehn Minuten vorstellen. Das Publikum entscheidet über den Sieg.
Wie lange dauert ein Vortrag beim Science Slam?
Üblich sind zehn Minuten, so beim Brandenburger Science Slam und beim Slam der a.r.t.e.s Graduate School in Köln.
Wer bewertet beim Science Slam?
Das Publikum. In Brandenburg geschieht das mit Punktekarten, die im Saal verteilt werden, wobei vor allem die Verständlichkeit zählen soll.