Infoabend
Ein Infoabend ist eine Informationsveranstaltung am Abend, auf der eine Hochschule, eine Schule, eine Kommune oder ein Unternehmen ein Angebot oder ein Vorhaben vorstellt und Fragen beantwortet. Typisch sind ein kurzer Vortrag, eine offene Fragerunde und Gespräche im Anschluss. Der Abendtermin erreicht Menschen, die tagsüber arbeiten.

Was ein Infoabend ist
Unsere Einordnung: Ein Infoabend stellt ein Angebot oder ein Vorhaben vor, bevor sich jemand entscheidet. Hochschulen laden zu Infoabenden für berufsbegleitende Studiengänge und Masterprogramme ein, Schulen zum Übergang in eine weiterführende Schule, Kommunen zu Bauvorhaben oder Quartiersplanungen, Unternehmen zu Ausbildung oder neuen Angeboten. Der Abendtermin ist kein Zufall: Er erreicht Berufstätige und Eltern, die tagsüber keine Zeit haben. Vom Hochschulinformationstag und vom Tag der offenen Tür unterscheidet er sich durch Länge und Zuschnitt: ein Thema, eine Zielgruppe, rund zwei Stunden.
Infoabende in der Bauleitplanung
Für Kommunen gibt es einen rechtlichen Anlass. Nach Paragraf 3 Absatz 1 des Baugesetzbuchs ist die Öffentlichkeit möglichst frühzeitig über die allgemeinen Ziele und Zwecke einer Planung, sich wesentlich unterscheidende Lösungen und die voraussichtlichen Auswirkungen öffentlich zu unterrichten, und ihr ist Gelegenheit zur Äußerung und Erörterung zu geben. Das Gesetz nennt ausdrücklich auch Kinder und Jugendliche als Teil der Öffentlichkeit. Von der Unterrichtung kann abgesehen werden, wenn sich ein Bebauungsplan auf das Gebiet nicht oder nur unwesentlich auswirkt oder die Unterrichtung schon auf anderer Grundlage erfolgt ist.
Unsere Einordnung: Das Gesetz schreibt keine bestimmte Form vor. Viele Gemeinden setzen die frühzeitige Beteiligung als Informationsabend um, weil sich dort Fragen und Einwände direkt erörtern lassen. Wer die Fragen des Abends dokumentiert, hat zugleich eine Grundlage für das weitere Verfahren.
Warum die Erinnerung zählt
Ein kostenloser Infoabend hat ein bekanntes Problem: Wer sich anmeldet, kommt nicht zwingend. Belastbare Zahlen speziell für Infoabende gibt es kaum. Eine Übersichtsarbeit von Robotham und anderen im BMJ Open 2016 wertete 21 randomisierte Studien zu Arztterminen mit rund 16.000 Patientinnen und Patienten aus. Mit Erinnerung blieben 15 Prozent fern, ohne Erinnerung 21 Prozent.
Unsere Einordnung: Arzttermine sind keine Infoabende, die Richtung lässt sich aber übertragen. Eine Erinnerung am Vortag mit Ort, Uhrzeit und Anfahrt kann Absagen senken, und eine kurze Abmeldemöglichkeit gibt Plätze für die Warteliste frei. Mehr dazu steht im Eintrag zur No-Show-Rate.
Was einen Infoabend gelingen lässt
Unsere Einordnung aus der Praxis: Der Vortrag sollte kürzer sein als die Fragerunde, denn wegen der Fragen kommen die meisten. Hilfreich ist es, bei der Anmeldung zu fragen, was die Gäste wissen wollen, und den Vortrag danach auszurichten. Wer Infoabende regelmäßig anbietet, etwa einmal im Monat für einen Studiengang, sollte alle Termine an einer Stelle zeigen, damit Interessierte den nächsten Abend selbst finden. Raumgröße und Teilnehmerbegrenzung gehören zusammen geplant, und ein Online-Termin als Webinar kann Menschen erreichen, die abends nicht anreisen können.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Infoabend und Tag der offenen Tür?
Ein Infoabend behandelt meist ein Thema für eine Zielgruppe und dauert rund zwei Stunden, mit Vortrag und Fragerunde. Ein Tag der offenen Tür öffnet ein ganzes Haus über mehrere Stunden für alle, die kommen möchten.
Müssen Kommunen einen Infoabend zu einem Bebauungsplan anbieten?
Das Baugesetzbuch verlangt in Paragraf 3 Absatz 1 eine möglichst frühzeitige Unterrichtung der Öffentlichkeit mit Gelegenheit zur Äußerung und Erörterung, schreibt aber keine bestimmte Form vor. Ein Informationsabend ist eine verbreitete Umsetzung, keine Pflicht.
Wie lassen sich Absagen bei einem kostenlosen Infoabend senken?
Eine Erinnerung vor dem Termin und eine einfache Abmeldemöglichkeit helfen. Bei Arztterminen sank der Anteil der Ferngebliebenen mit Erinnerung laut einer Übersichtsarbeit von 21 auf 15 Prozent. Für Infoabende fehlen vergleichbare Studien.