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Ein duales Studium verbindet ein Hochschulstudium mit einer Berufsausbildung oder mit längeren Praxisphasen in einem Unternehmen. Hochschule und Betrieb sind als zwei Lernorte inhaltlich, organisatorisch und vertraglich verzahnt. Für Arbeitgeber ist es ein früher Weg zu Nachwuchs.

Das Bundesinstitut für Berufsbildung unterscheidet in seinem Bericht Duales Studium in Zahlen 2024 zwei Grundformen. Im ausbildungsintegrierenden Studium wird eine geregelte Berufsausbildung mit dem Studium verbunden; die Studierenden haben einen Ausbildungsvertrag und am Ende zwei Abschlüsse. Im praxisintegrierenden Studium sind längere Praxisphasen im Betrieb Teil des Studiums, ohne Berufsabschluss. In beiden Fällen arbeiten Hochschulen mit Praxispartnern zusammen.
Gemeinsam ist beiden, was der Bericht aus der Musterrechtsverordnung der Länder zitiert: Die Lernorte müssen inhaltlich, organisatorisch und vertraglich miteinander verzahnt sein. Ein Studium mit einem Nebenjob im passenden Betrieb ist danach kein duales Studium.
Die Datenbank AusbildungPlus des Bundesinstituts erfasste im Jahr 2024 insgesamt 1.824 duale Studiengänge in der Erstausbildung, 113.526 dual Studierende und 52.702 Kooperationsunternehmen. Zwanzig Jahre zuvor waren es 512 Studiengänge, 40.982 Studierende und 18.168 Unternehmen. Die Zahl der Studierenden hat sich damit fast verdreifacht.
Die praxisintegrierende Form überwiegt deutlich: 75.522 Studierende gegenüber rund 24.637 in der ausbildungsintegrierenden Form und 13.367 in Mischformen. Nach Fächern liegt die Betriebswirtschaftslehre mit 36.085 Studierenden vorn, gefolgt von der Informatik mit 17.615 und Maschinenbau und Verfahrenstechnik mit 9.952.
Die Zahlen beruhen auf den Einträgen der Hochschulen in die Datenbank und erfassen deshalb nur, was dort gemeldet ist.
Das Folgende ist unsere Einordnung. Bei einem dualen Studium wählt nicht die Hochschule die Studierenden aus, sondern in der Regel das Unternehmen, und zwar vor Studienbeginn. Die Zielgruppe der Arbeitgeber sind deshalb Schülerinnen und Schüler im letzten Schuljahr und nicht Studierende. Damit verschiebt sich das passende Format von der Hochschulmesse zur Messe für Berufsorientierung.
Drei Dinge unterscheiden solche Veranstaltungen von einer Karrieremesse für Studierende. Die Besucher sind oft minderjährig, was beim Umgang mit ihren Daten besondere Sorgfalt verlangt, siehe den Beitrag zu Schülerdaten bei der Berufsorientierung. Die Entscheidung fällt mit den Eltern. Und der Vorlauf ist lang: Viele Unternehmen besetzen ihre dualen Plätze ein Jahr vor Beginn.
Eine Hochschule mit dualen Angeboten hat zwei Gruppen von Partnern: die Unternehmen, die Plätze anbieten, und die Interessierten, die einen Platz suchen. Eine Veranstaltung, die beide zusammenbringt, ist im Kern eine Firmenkontaktmesse mit vorgezogenem Zeitpunkt. Offene Plätze gehören vorab sichtbar gemacht, siehe Job Wall, und Gespräche lassen sich vorher vereinbaren, siehe Gesprächstermin.
Das Werkstudium ist eine Beschäftigung neben einem gewöhnlichen Studium, ohne Verzahnung der Lernorte. Das Praktikum ist eine zeitlich begrenzte Praxisphase, siehe Praktikumsbörse. Das Traineeprogramm beginnt nach dem Abschluss. Das duale Studium ist die einzige dieser Formen, in der Betrieb und Hochschule von Anfang an vertraglich verbunden sind.
Duale Studienplätze auf einer Messe für Studierende bewerben, die längst eingeschrieben sind. Den langen Vorlauf übersehen. Daten Minderjähriger wie die von Erwachsenen behandeln. Und die beiden Formen verwechseln, sodass Interessierte einen Berufsabschluss erwarten, den es nicht gibt.
Was ist ein duales Studium?
Ein Studium, das mit einer Berufsausbildung oder mit längeren Praxisphasen im Unternehmen verbunden ist. Hochschule und Betrieb sind inhaltlich, organisatorisch und vertraglich verzahnt.
Welche Formen gibt es?
Das ausbildungsintegrierende Studium mit Ausbildungsvertrag und Berufsabschluss und das praxisintegrierende Studium mit Praxisphasen ohne Berufsabschluss.
Wie viele dual Studierende gibt es in Deutschland?
Das Bundesinstitut für Berufsbildung erfasste 2024 insgesamt 113.526 dual Studierende in 1.824 Studiengängen mit 52.702 Kooperationsunternehmen.
Auf welchen Messen suchen Unternehmen dual Studierende?
Vor allem auf Messen für Berufsorientierung, weil die Auswahl in der Regel vor Studienbeginn stattfindet.