Event-Gewinnspiel
Ein Event-Gewinnspiel ist eine Aktion, bei der Teilnehmende unter vorher festgelegten Bedingungen einen Preis gewinnen können, am Stand, auf einer Konferenz oder online zur Veranstaltung. Der Gewinn wird per Zufall, nach Leistung oder durch eine Jury vergeben. Teilnahme, Auswahl, Benachrichtigung und der Umgang mit den Daten müssen vorab feststehen.

Drei Arten, einen Gewinn zu vergeben
Beim Zufallsgewinnspiel entscheidet eine Ziehung, etwa eine digitale Verlosung auf der Leinwand. Beim Leistungsgewinnspiel gewinnt, wer eine Aufgabe am besten löst, etwa das Live-Quiz mit den meisten Punkten. Beim Jurygewinnspiel entscheidet eine Gruppe nach Kriterien, etwa über die beste Idee. Die drei Formen folgen unterschiedlichen Regeln und sollten nicht vermischt werden, weil sonst niemand nachvollziehen kann, warum jemand gewonnen hat.
Was vorab feststehen muss
Teilnahmezeitraum und Schluss der Teilnahme, wer teilnehmen darf, der Preis, das Auswahlverfahren, wie Gewinner benachrichtigt werden und was mit nicht abgeholten Gewinnen geschieht. Diese Angaben gehören gut sichtbar in die Teilnahmebedingungen, bevor der QR-Code auf der Leinwand erscheint. Bei Minderjährigen, alkoholischen Preisen oder branchenspezifischen Vorgaben können zusätzliche Regeln gelten.
Wann ein Gewinnspiel zum Glücksspiel wird
Die Grenze zieht Paragraf 3 des Glücksspielstaatsvertrags 2021: Ein Glücksspiel liegt vor, wenn im Rahmen eines Spiels für den Erwerb einer Gewinnchance ein Entgelt verlangt wird und die Entscheidung über den Gewinn ganz oder überwiegend vom Zufall abhängt. Ein Glücksspiel, bei dem mehreren Personen die Möglichkeit eröffnet wird, nach einem Plan gegen ein bestimmtes Entgelt zu gewinnen, nennt die Vorschrift Lotterie.
Unsere Einordnung: Eine kostenlose Verlosung unter den Gästen ist davon in der Regel nicht berührt. Werden aber Lose verkauft, etwa für eine Tombola zugunsten eines guten Zwecks, kann eine Erlaubnis nötig sein. Das gehört vor der Veranstaltung rechtlich geprüft.
Daten nur für die Abwicklung
Für ein Gewinnspiel dürfen nur die Daten erhoben werden, die für die Durchführung nötig sind, oft genügt ein Vorname oder eine Losnummer. Ein Newsletter-Abo oder Werbung braucht einen eigenen, freiwilligen Schritt. Artikel 7 Absatz 4 DSGVO verlangt bei der Frage, ob eine Einwilligung freiwillig ist, zu berücksichtigen, ob eine Leistung von einer nicht nötigen Datenverarbeitung abhängig gemacht wird, siehe Kopplungsverbot. Nach der Gewinnabwicklung werden die Daten gelöscht, sofern keine andere Pflicht zur Aufbewahrung besteht.
Die Auslosung nachvollziehbar machen
Bei einer digitalen Verlosung treten Gäste per QR-Code oder Link bei, und die Ziehung läuft sichtbar auf der Leinwand. Wichtig ist, dass die Teilnahme vor der Ziehung eindeutig geschlossen wird und dass Mehrfachteilnahmen oder Ausschlüsse nach einer vorher bekannten Regel behandelt werden. Ein Glücksrad ist eine Darstellungsform, keine Teilnahmebedingung.
Abgrenzung
Ein Event-Bingo funktioniert auch ohne Gewinn. Sobald eine Karte oder eine Teilnahmechance mit einem Preis verbunden ist, wird daraus zusätzlich ein Gewinnspiel mit den hier beschriebenen Regeln. Dieser Eintrag ersetzt keine Rechtsberatung, bei öffentlich beworbenen oder umfangreichen Gewinnspielen ist eine rechtliche Prüfung sinnvoll.
Häufige Fragen
Was muss in den Teilnahmebedingungen eines Event-Gewinnspiels stehen?
Zeitraum und Teilnahmeschluss, Teilnahmeberechtigung, Preis, Auswahlverfahren, Benachrichtigung der Gewinner und der Umgang mit nicht abgeholten Gewinnen.
Ist eine Verlosung auf einer Veranstaltung ein Glücksspiel?
Nach Paragraf 3 GlüStV 2021 liegt ein Glücksspiel vor, wenn für die Gewinnchance ein Entgelt verlangt wird und der Zufall entscheidet. Eine kostenlose Verlosung ist das in der Regel nicht, ein Losverkauf kann es sein und gehört rechtlich geprüft.
Darf ich die Teilnahme an einen Newsletter knüpfen?
Das ist riskant. Eine Einwilligung muss freiwillig sein, und Artikel 7 Absatz 4 DSGVO stellt genau diese Kopplung in Frage. Der Newsletter braucht einen eigenen, freiwilligen Schritt.
Wann werden die Daten gelöscht?
Nach der Gewinnabwicklung, sofern keine andere Pflicht zur Aufbewahrung besteht.