Audience-Response-System
Ein Audience-Response-System, kurz ARS, ist ein Werkzeug, mit dem ein Publikum während einer Veranstaltung in Echtzeit antwortet. Gäste treten meist per QR-Code oder Code im Browser bei. Die Moderation zeigt Fragen, Abstimmungen, Quiz oder Wortwolken auf der Leinwand und sieht die Antworten sofort.

Vom Clicker zum Smartphone
Früher bekam jede Person im Saal ein kleines Abstimmgerät, den Clicker. Heute übernimmt das eigene Smartphone diese Rolle. Auf der Leinwand steht ein QR-Code oder ein sechsstelliger Code, die Gäste öffnen eine Seite im Browser und antworten auf die Frage, die gerade freigegeben ist. Eine App oder ein Konto ist bei den gängigen Werkzeugen nicht nötig.
Typischer Ablauf
Die Moderation bereitet die Fragen vorab vor und öffnet zum Programmpunkt eine Sitzung. Auf der Leinwand erscheinen Code und Kurzlink, und erst wenn genug Menschen beigetreten sind, wird die erste Frage freigegeben. Nach jeder Antwortrunde zeigt die Leinwand das Ergebnis, die Moderation ordnet es ein und geht weiter. Eine Testfrage zu Beginn spart später Erklärungen.
Formate
Die Abstimmung mit mehreren Antworten ist der Klassiker. Die Wortwolke sammelt Begriffe und lässt häufige Nennungen wachsen. Skalen machen Zustimmung oder Stimmung messbar. Beim Q&A reichen Gäste Fragen ein und stimmen andere hoch, sodass die wichtigsten oben stehen. Das Live-Quiz vergibt Punkte und ist damit eine Anwendung des ARS, aber nur eine von vielen. Nicht jedes ARS zählt Punkte oder kürt Gewinner.
Wofür es sich lohnt
In einem Workshop holt ein ARS Meinungen aller Teilnehmenden ein, nicht nur der Lautesten. Nach einem Vortrag zeigt es, ob die Kernaussage angekommen ist. Bei einer Podiumsdiskussion ersetzt das Q&A die Schlange am Saalmikrofon. Anders als Handzeichen zählt es Antworten genau und macht sie für alle sichtbar.
Dass Fragen während eines Vortrags mehr sind als Unterhaltung, legt die Gedächtnisforschung nahe. Henry Roediger und Jeffrey Karpicke zeigten 2006 in Psychological Science, dass Menschen, die Gelerntes in einem Test abrufen mussten, es eine Woche später deutlich besser behielten als Menschen, die es nur erneut lasen. Die Versuche fanden mit Studierenden und Lesetexten statt. Als eigene Einordnung spricht das dafür, Fragen nach einem Vortrag inhaltlich und nicht nur als Stimmungsbild zu stellen.
Daten und Zugänglichkeit
Anonyme Teilnahme ist für die meisten Veranstaltungen die beste Voreinstellung. Werden Namen, Ranglisten oder Kontaktangaben verarbeitet, muss der Veranstalter Zweck, Speicherort und Löschfrist klären und die Gäste darüber informieren, siehe Datenschutzhinweise. Einige Anbieter hosten in Deutschland, andere außerhalb der EU. Das ist vor dem Einsatz zu prüfen, nicht danach.
Der QR-Code allein genügt nicht. Der Kurzlink gehört gut lesbar daneben, und die Moderation liest die Frage vor. Wer kein Smartphone nutzen kann oder will, braucht einen anderen Weg, etwa Handzeichen, die mitgezählt werden.
Häufige Fehler
Zu lange Fragen, die auf dem Telefon nicht lesbar sind. Eine Abstimmung, deren Ergebnis niemand einordnet. Zu viele Fragen hintereinander. Und ein Werkzeug, das erst im Saal mit dem WLAN des Hauses getestet wird. Bei sehr großen Gruppen ist eine einfache Abstimmung robuster als ein schnelles Punktequiz.
Häufige Fragen
Was ist ein Audience-Response-System?
Ein Werkzeug, mit dem ein Publikum während einer Veranstaltung in Echtzeit antwortet, meist per Smartphone im Browser. Die Ergebnisse erscheinen sofort auf der Leinwand.
Brauchen Gäste eine App?
Bei den gängigen Werkzeugen nicht. Gäste treten per QR-Code, Kurzlink oder Zahlencode im Browser bei.
Ist ein Live-Quiz dasselbe wie ein ARS?
Ein Live-Quiz ist eine Anwendung eines ARS. Dasselbe System kann auch Abstimmungen, Wortwolken oder Fragen an die Bühne ohne Wettbewerb durchführen.
Können Gäste anonym abstimmen?
Bei vielen Werkzeugen ja. Prüfen Sie die Einstellung vorher und sagen Sie den Gästen, ob Antworten anonym, mit Spitznamen oder mit Namen erscheinen.