Eine Prompt-Vorlage ist eine wiederverwendbare Anweisung an ein Sprachmodell, in der die immer gleichen Teile fest stehen und nur die wechselnden Angaben eingesetzt werden. Sie macht Ergebnisse vergleichbar und erspart es, bei jeder Aufgabe neu zu formulieren.

Wer jedes Mal neu formuliert, bekommt jedes Mal ein anderes Ergebnis, auch bei gleicher Aufgabe. Das fällt bei einem Text nicht auf, bei zwanzig Einladungen für dieselbe Veranstaltungsreihe schon.
Eine Vorlage friert das ein, was gleich bleiben soll: Rolle, Tonfall, Länge, Struktur, Verbote. Variabel bleibt nur, was tatsächlich variiert. Der Gewinn ist damit weniger Zeit als Wiedererkennbarkeit, und die ist bei wiederkehrenden Veranstaltungen mehr wert.
Sechs Bestandteile gehören hinein. Die Rolle legt fest, aus welcher Perspektive geschrieben wird. Die Aufgabe beschreibt in einem Satz, was entstehen soll. Platzhalter markieren die wechselnden Angaben klar erkennbar.
Der Rahmen setzt Länge, Tonfall, Anrede und Zielgruppe. Verbote benennen, was nicht vorkommen soll: keine Superlative, keine erfundenen Zahlen, keine Emojis. Und das Format bestimmt, ob Fließtext, Liste oder Betreff plus Text herauskommt.
Statt „Schreib eine Erinnerung für unsere Messe“:
Du schreibst für den Career Service einer Hochschule. Formuliere eine Erinnerungsmail zwei Tage vor [VERANSTALTUNG] an bereits angemeldete Studierende. Nenne [DATUM], [UHRZEIT] und [ORT], erinnere an [MITBRINGEN] und weise auf die Absagemöglichkeit hin. Siezen. Höchstens 120 Wörter. Keine Superlative, keine Emojis, keine Angaben erfinden.
Diese Vorlage liefert bei jeder Veranstaltung dieselbe Struktur, und die Erinnerungsmail ist nachweislich die Maßnahme mit dem größten Einfluss auf die No-Show-Rate. Der Hinweis auf die Absagemöglichkeit ist dabei keine Höflichkeitsfloskel, sondern der Grund, warum Plätze nachbesetzt werden können.
Vier decken den größten Teil ab: die Einladung, die Erinnerung zwei Tage vorher, die Danksagung mit Nachbefragung und die Ansprache neuer Aussteller. Sie wiederholen sich bei jeder Veranstaltung und unterscheiden sich nur in den Platzhaltern.
Legen Sie diese Vorlagen dort ab, wo das Team sie findet, nicht im Chatverlauf einer einzelnen Person. Eine Vorlage, die nur einer kennt, ist keine Vorlage, sondern eine Abhängigkeit. Für die inhaltliche Ausgestaltung siehe Einladungstext mit KI.
Platzhalter nicht zu ersetzen und den Text mit eckigen Klammern zu versenden, ist peinlich und passiert regelmäßig. Ein Suchlauf nach „[“ vor dem Versand kostet zehn Sekunden. Die Vorlage nur im Kopf einer Person zu haben, statt sie schriftlich abzulegen, ist dasselbe Problem wie bei Unternehmenskontakten im Career Service.
Zu viele Anweisungen auf einmal führen dazu, dass Teile ignoriert werden. Und Verbote wegzulassen ist der unterschätzteste Fehler: Sie wirken oft stärker als zusätzliche Anforderungen. Zur Kennzeichnung maschinell erzeugter Inhalte siehe Artikel 50 der KI-Verordnung.
Wie viele Vorlagen brauche ich?
Weniger als gedacht. Für die meisten Veranstaltungen reichen vier: Einladung, Erinnerung, Programmtext und Nachbefragung.
Funktionieren Vorlagen bei jedem Anbieter gleich?
Im Kern ja, im Detail nicht. Formulierungen wirken je nach Modell unterschiedlich stark. Wer den Anbieter wechselt, sollte die Vorlagen einmal gegenprüfen.
Wo bewahre ich Vorlagen auf?
Dort, wo das Team sie findet und ändern kann, nicht im persönlichen Notizbuch. Eine Vorlage, die nur eine Person kennt, ist keine Vorlage.
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