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Die maximale Personenzahl gibt an, wie viele Menschen sich gleichzeitig in einem Raum oder auf einer Fläche aufhalten dürfen. Sie ergibt sich nicht aus dem Wunsch des Veranstalters, sondern rechnerisch aus Rettungswegbreiten, Bestuhlung und Nutzungsart, und ist damit eine Grenze, keine Empfehlung.

Für die Bemessung nennen die Versammlungsstättenverordnungen der Länder feste Rechenwerte. In der bayerischen Fassung stehen sie in Paragraf 1 Absatz 2: ein Besucher je Quadratmeter bei Sitzplätzen an Tischen und in Ausstellungsräumen, zwei Besucher je Quadratmeter bei Sitzplätzen in Reihen und bei Stehplätzen, zwei Besucher je laufendem Meter bei Stehplätzen auf Stufenreihen. Flächen, die für Besucher nicht zugänglich sind, zählen nicht mit.
Ein Rechenbeispiel: Ein Raum mit 150 Quadratmetern zugänglicher Grundfläche fasst nach dieser Rechnung 150 Personen an Tischen und 300 Personen bei Reihenbestuhlung oder Stehplätzen. Das ist der Rechenwert der Verordnung, nicht automatisch die genehmigte Zahl. Maßgeblich bleibt, was Genehmigung, Bestuhlungsplan und Rettungswege für den konkreten Raum hergeben, und jedes Bundesland hat seine eigene Verordnung.
Drei Größen bestimmen die zulässige Personenzahl, und keine davon ist verhandelbar. Die erste sind die Rettungswege: Ihre Breite begrenzt, wie viele Menschen den Raum in vertretbarer Zeit verlassen können. Die Musterversammlungsstättenverordnung setzt dafür eine Mindestbreite je angefangene 200 Personen an; die konkrete Umsetzung regelt jedes Bundesland in seiner eigenen Verordnung, etwa die Bayerische Versammlungsstättenverordnung.
Die zweite Größe ist die Bestuhlung. Reihenbestuhlung, Parlamentbestuhlung oder Stehplätze ergeben bei identischer Fläche sehr unterschiedliche Zahlen. Die dritte ist die Nutzungsart: Ein Raum, der als Versammlungsstätte genehmigt ist, hat andere Grenzen als ein Seminarraum oder eine Hochschulaula im Regelbetrieb.
Wichtig ist die Reihenfolge: Die Zahl folgt aus dem Raum, nicht aus der Gästeliste. Wer erst einlädt und dann rechnet, hat regelmäßig ein Problem.
Sobald mehr Anmeldungen vorliegen, als der Raum zulässt, gibt es nur unangenehme Lösungen: Menschen wieder ausladen, kurzfristig den Ort wechseln oder am Einlass abweisen. Alle drei kosten Ansehen, das letzte auch rechtlich.
Deshalb gehört die zulässige Personenzahl an den Anfang der Planung: vor Termin, vor Programm, vor Bewerbung. Sie ist die Zahl, aus der sich Kontingente, Anmeldeschluss und Wartelistenlogik ableiten, und damit die erste Entscheidung im gesamten Eventmanagement.
Bei angemieteten Räumen der Betreiber, meist in der Raum- oder Hausordnung. Bei eigenen Räumen die Genehmigung oder das Brandschutzkonzept. Lassen Sie sich die Zahl schriftlich geben und notieren Sie dazu, für welche Bestuhlung sie gilt.
Verlassen Sie sich nicht auf Erfahrungswerte aus früheren Veranstaltungen: Eine geänderte Bestuhlung verändert die Zahl, ohne dass der Raum anders aussieht. Und die Kapazitätsangabe eines Buchungsportals ist eine Marketingzahl, keine Genehmigung.
Die zulässige Personenzahl ist eine Obergrenze für Anwesende, nicht für Anmeldungen. Weil ein Teil der Angemeldeten nicht erscheint, liegt die sinnvolle Zahl der Anmeldungen darüber, aber nur so weit, wie Ihre eigene No-Show-Rate das belastbar hergibt.
Ein Rechenbeispiel: Bei 300 zulässigen Personen, 20 davon Personal und Referenten, bleiben 280 für Gäste. Bei einer erfahrungsgestützten Quote von 25 Prozent könnten Sie rund 370 Anmeldungen zulassen. Ohne eigenen Erfahrungswert wäre dieselbe Rechnung ein Ratespiel mit rechtlichem Risiko. Dann bleiben Sie besser unter der Grenze und arbeiten mit einer Warteliste.
Am häufigsten wird die Zahl aus der Kapazitätsangabe eines Buchungsportals übernommen, statt sie beim Betreiber zu erfragen. Fast ebenso häufig werden Standpersonal, Referenten, Technik und Betreuung nicht mitgezählt. Sie sind Teil der anwesenden Personen, und bei zwanzig Helfern ist das kein Rundungsfehler.
Mit Anmeldungen statt mit erwarteten Anwesenden zu planen, führt rechnerisch über die Grenze. Und Rettungswege im Aufbau zuzustellen macht die gesamte Berechnung hinfällig, weshalb der Hallenplan die Sperrflächen von Anfang an ausweisen muss.
Wie viele Personen sind pro Quadratmeter zulässig?
Als Rechenwert ein Besucher je Quadratmeter bei Sitzplätzen an Tischen und in Ausstellungsräumen, zwei Besucher je Quadratmeter bei Reihenbestuhlung und Stehplätzen. So steht es in Paragraf 1 Absatz 2 der bayerischen Versammlungsstättenverordnung. Die genehmigte Zahl für den konkreten Raum kann darunter liegen.
Darf ich die Zahl überschreiten, wenn erfahrungsgemäß nicht alle kommen?
Nein. Maßgeblich ist, wie viele Personen sich tatsächlich gleichzeitig im Raum aufhalten könnten, nicht die Erwartung. Eine Nichterscheinerquote ist eine Planungshilfe, keine Genehmigung.
Zählen Mitarbeitende und Referenten mit?
Ja. Alle anwesenden Personen zählen, unabhängig von ihrer Rolle, auch Technik, Catering und Standbetreuung.
Wo steht die zulässige Zahl?
In der Regel in der Raum- oder Hausordnung des Betreibers, in der Baugenehmigung oder im Brandschutzkonzept. Im Zweifel schriftlich beim Betreiber bestätigen lassen.
Jan-Philipp Koch hat FairUp 2025 in Wuppertal gegründet und führt das Unternehmen als Geschäftsführer. Er schreibt das Eventlexikon und verantwortet die Inhalte von fairup.events.
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