Universitäten veranstalten mehr als jede andere öffentliche Einrichtung: Karrieremessen, Erstsemesterbegrüßungen, Fachtagungen, Absolventenfeiern und Firmenkontaktmessen. Die Anforderungen an die Software unterscheiden sich dabei deutlich von denen eines Unternehmens, vor allem bei Datenschutz, Vergabe und Barrierefreiheit. Dieser Leitfaden ordnet die Auswahl.

Eine Universität ist keine Firma mit Eventabteilung. Veranstaltungen entstehen dezentral, in Fakultäten, im Career Service, im International Office, in Fachschaften, und sie werden von Menschen organisiert, deren Hauptaufgabe eine andere ist. Gleichzeitig gelten strengere Regeln als in der Privatwirtschaft: öffentliche Beschaffung, Landesdatenschutz, Barrierefreiheitsanforderungen und Haushaltsjahre, die nicht zum Kalenderjahr eines Softwareanbieters passen.
Wer Eventmanagement-Software für eine Universität auswählt, entscheidet deshalb nicht nur über Funktionen, sondern über Rechtssicherheit und Beschaffungsfähigkeit.
Die Bandbreite ist der eigentliche Knackpunkt: Ein Werkzeug, das nur Anmeldungen verwaltet, deckt die Karrieremesse nicht ab. Ein Werkzeug, das nur Messen kann, ist für die Erstsemesterbegrüßung überdimensioniert.
Personenbezogene Daten von Studierenden gehören auf Server innerhalb der EU, in der Praxis meist nach Deutschland. Ein Auftragsverarbeitungsvertrag nach Artikel 28 DSGVO ist Pflicht, nicht Kür. Anbieter mit Serverstandort außerhalb der EU scheiden für viele Hochschulen bereits in der Vorprüfung aus.
Ein Ab-Preis auf einer Website reicht für die Vergabeakte nicht. Universitäten brauchen ein prüffähiges Festpreisangebot, das zum Haushaltsjahr passt und Vergabegrenzen berücksichtigt. Anbieter, die Preise grundsätzlich nur auf Anfrage nennen, verlängern diesen Prozess spürbar.
Seit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz gelten für öffentliche Einrichtungen verbindliche Anforderungen an digitale Angebote. Praktisch heißt das: Anmeldestrecken müssen mit Screenreadern nutzbar sein, ausreichende Kontraste bieten und ohne Maus bedienbar sein. Eine App-Pflicht ist ein Ausschlusskriterium. Sie schließt Menschen mit älteren Geräten systematisch aus.
Die Person, die die Fachtagung organisiert, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin und kein Systemadministrator. Software, die eine Einführungsschulung von zwei Tagen braucht, wird nicht genutzt. Sie wird umgangen, meist mit einer Tabelle.
Sobald Unternehmen für einen Stand bezahlen, entsteht ein kaufmännischer Vorgang: Angebot, Buchung, Standzuweisung, Rechnung, Zahlungsverfolgung. Reine Teilnehmerverwaltung deckt das nicht ab, und genau hier landen die meisten Hochschulen wieder in Excel.
Großer Funktionsumfang, Campus-Module, viele Referenzen. Preise werden nicht veröffentlicht, der Einstieg läuft über Vertriebstermine, und die Budgetklasse liegt häufig oberhalb dessen, was ein Career Service zur Verfügung hat. Datenverarbeitung teils außerhalb der EU.
Günstig, schnell startklar, oft mit kostenlosem Einstieg. Decken Anmeldung, Ticketverkauf und Check-in ab, aber keine Standvergabe und keine Ausstellerabrechnung. Geeignet für Vortragsreihen und Feiern, nicht für Messen.
Spezialisiert auf die Begegnung zwischen Studierenden und Unternehmen. Stark im Kern, decken aber die Veranstalterorganisation in der Regel nicht ab. Sinnvoll bei rein digitalen Recruiting-Formaten ohne Standflächen.
Hochspezialisiert auf Hallenplanung und Ausstellerabwicklung, meist für professionelle Messegesellschaften gebaut. Für eine Universität mit zwei Veranstaltungen im Jahr häufig zu schwergewichtig und ebenfalls ohne öffentliche Preise.
FairUp deckt beide Seiten in einem System ab: Teilnehmermanagement mit Anmeldung, Ticketing und Check-in sowie Ausstellermanagement mit Standbuchung, Hallenplanung, Ausstellerportal und automatischer Rechnungsstellung. Alle Daten werden auf Servern in Deutschland verarbeitet, ein Auftragsverarbeitungsvertrag gehört dazu.
Für die Beschaffung relevant: Die Preise sind vollständig veröffentlicht. Der Free-Plan ist dauerhaft kostenlos und deckt bis zu fünf gleichzeitige Veranstaltungen mit je 150 Teilnehmern ab, genug, um eine Erstsemesterbegrüßung ohne Budget zu testen. Das Career-Paket für Karrieremessen beginnt bei 7.900 € im Jahr und enthält eine unbegrenzte Zahl von Veranstaltungen ohne Pro-Kopf-Gebühren. Auf Wunsch erstellen wir statt eines Ab-Preises ein prüffähiges Festpreisangebot für Ihre Vergabeunterlagen.
Entscheidend ist, ob Unternehmen für ihre Teilnahme bezahlen. Ist das der Fall, braucht die Software zwingend Ausstellermanagement, Standbuchung und Rechnungsstellung. Sonst entsteht Doppelarbeit. Reine Anmeldetools und Matchmaking-Plattformen decken diesen Teil nicht ab.
Für die meisten Universitäten ja. Maßgeblich sind die Vorgaben des jeweiligen Landesdatenschutzbeauftragten; in der Praxis verlangen die Datenschutzbeauftragten der Hochschulen fast durchgängig eine Verarbeitung innerhalb der EU, häufig konkret in Deutschland.
Unterhalb der Direktauftragsgrenze genügt in der Regel ein Angebot. Darüber sind Vergleichsangebote oder eine förmliche Vergabe nötig. Veröffentlichte Preise verkürzen diesen Schritt erheblich, weil sie eine belastbare Schätzung ohne Vorabgespräch erlauben.
Die Spanne ist groß. Kostenlose Pläne decken einfache Anmeldeformate ab. Für Karrieremessen mit zahlenden Ausstellern liegen realistische Jahreslizenzen im mittleren vierstelligen bis unteren fünfstelligen Bereich. Achten Sie besonders auf Pro-Kopf-Gebühren. Bei großen Besucherzahlen können sie den Lizenzpreis übersteigen.
Bei FairUp ja: Der Free-Plan ist dauerhaft kostenlos und ohne Kreditkarte nutzbar. Damit lässt sich eine echte Veranstaltung von der Anmeldung bis zum Check-in durchspielen, bevor Budget gebunden wird.
Die wichtigste Frage bei der Auswahl ist nicht, welche Software die meisten Funktionen hat, sondern ob sie beide Hälften Ihrer größten Veranstaltung abdeckt, die Teilnehmer- und die Ausstellerseite. Alles andere lässt sich lösen; eine fehlende Ausstellerabrechnung landet zuverlässig wieder in einer Tabelle.
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